(Redfield Records) EPs sind grundsätzlich kompliziert zu bewerten. Vor allem dann, wenn jene nur drei vollwertige Songs beinhalten. Dies trifft auf das zweite Release der Jungs von SWALLOW YOUR PRIDE zu. Wie verhielten sich die Tracks der neuen EP "Samsara" in einem Albumkontext? Wären diese vielleicht ohnehin schon die stärksten Songs? Würde es bessere als diese geben und somit die Band im Stande sein, noch Besseres zu leisten, noch weitere Wege zu gehen? Über all dies ließen sich nur Vermutungen anstellen. Oder einfacher: man tut es nicht und nimmt das Metalcore-Potential, das gerade aus den Lautsprechern gescheppert kommt, unter die Lupe. 'S.A.L.I.G.I.A' stellt mit orientalischen und sanften Klängen ein solides, jedoch eher unspektakuläres Intro dar. Die folgende Single 'Leviathan' ist allerdings eine absolute Granate und erinnert in den sowohl harten als auch atmosphärischen Parts sehr stark an Breakdown Of Sanitys aktuelles Album "Perception". Bezüglich Technik und Kreativität werden hierbei die Grenzen noch etwas weiter geöffnet. Die Breakdowns werden in der Tat effizient als Breaks genutzt und lassen einen rasant aus den Hausschuhen hüpfen. Die atmosphärischen Abschnitte geben dem Song ebenso die nötigen Ruhephasen und machen ihn so zu einem kleinen Meisterwerk. 'Deceiver' imponiert weiterfolgend mit beeindruckendem Intro, tollen Tempowechseln, starkem Growling und einem kraftvollen Refrain. Das Ende zeigt mit Crew-Gesang und geilen Soli einen weiteren Grund auf, weshalb das Songwriting und die Ideen der Jungs großes Potential besitzen. Auch 'Behemoth' besitzt von all den genannten Elementen gute Ansätze und rundet den starken Eindruck ab. SWALLOWYOURPRIDE-courtesy of Redfield RecordsUnd dieser Eindruck steigert sich nach jedem Spin ein Stück weit mehr. Denn viel Kritik lässt sich an diesem doch sehr metallastigen Output nicht ausüben. Keine leeren Akkorde im Überfluss, keine unpassenden Clean-Vocals, im Prinzip nichts. Bleibt abzuwarten, wie sich die vier Jungs aus Kaiserslautern (ich zähle fünf Jungs! 😉 - Zosse) auf einer kompletten Länge schlagen würden. Bis dahin jedoch: Bravo! Album-VÖ: 01.12.2014 (Photo courtesy of Redfield Records)