(PIAS) Die britischen Legenden des Electro-Cores sind nach drei Jahren studiotechnischer Abstinenz mit neuer Platte am Start. Nach "Take to the Skies", "Common Dreads" und "A Flash Flood of Colour" steht nun mit "The Mindsweep" das vierte Studioalbum der Jungs von ENTER SHIKARI vor der Tür. Seit dem Debüt-Release im Jahr 2007 gehen die vier Musiker gewaltige Wege und können eine solide Fanbase ihr Eigen nennen. Und nun gibt es die langerwartete Fütterung. Wurde dementsprechend ein würdiger Start ins Jahr 2015 geschaffen? Definitiv, und zwar auf allen Längen- und Breitengraden! Mit 'The Appeal and The Mindsweep I' ballert das Album ein Intro heraus, das meine Gehörgänge in solch einer abgefahrenen Form und Stärke schon lange nicht mehr zu hören bekommen haben. Auch 'The Last Garrison' und 'Myopia' sind absolute Banger und besitzen außergewöhnlich eingängige Refrains und Melodien. Dass ENTER SHIKARI auch mal ganz anders können, zeigen sie in 'There's a Price On Your Head', dessen chaotische Strukturen mich teilweise sogar an System of a Down erinnern. Auch die orientalischen Klänge gegen Ende scheinen so misplaced und doch so logisch. Vor allem auch der letzte Song 'The Appeal and the Mindsweep II' kommt sehr interessant daher, indem er im Intro-Stil die Platte abrundet. Samt der Zeile with the air so cold and the mind so bitter wird zudem an den Klassiker 'Sorry You're Not a Winner' erinnert. Auffallend ist, dass die vier Jungs zum Teil an ältere Zeiten anknüpfen, was unter anderem im Gesang von Chris Batten, zum Beispiel im Hip-Hop-geprägten Track 'Never Let Go of the Microscope', der mich jedes Mal wieder in ein unbeschreibliches sinking feeling befördert, oder im schnellen 'The One True Colour', deutlich wird. Beide genannten Songs bewegen sich auf Weltniveau. So wie alle anderen, auch wenn ich besonders die ersten sechs und vor allem das sehr elektronische 'Anaesthetist' feiere. ENTERSHIKARI-courtesy of Hopeless RecordsAlles in allem ist das Songwriting superb, das Drumming von Rob Rolfe sehr vielfältig und technisch hochwertig, die Texte kritisch und weltklasse...der Gesang besitzt zudem eine ausgereifte Balance. ENTER SHIKARI haben es erneut gemeistert, ein stringentes Album mit doch extrem hoher songbezogener Individualität und einzigartigem Electronic-Einsatz auf die Beine zu stellen, wobei man sich beim Anhören jedoch nicht auf den Beinen halten kann und halten will. Ich bin nun wirklich ein grauenhafter Tänzer. Bei dieser Band ist es mir aber scheißegal. Ich kann mich keinesfalls stoppen und bekomme einfach Lust, in die Höhe zu springen. So hoch, dass ich problemlos die Exosphäre erreiche. Anfang des Jahres sind die Dudes dann auch wieder in Deutschland unterwegs und werden hoffentlich alles zerlegen. Ich für meinen Teil werde das Kesselhaus in Berlin auf jeden Fall abreißen. VÖ-Datum: 16.01.2015 (Photo courtesy of PIAS)