(Independent Release) Wie bereits im Review zu Mireau's Debütalbum "The World In Your Way" erwähnt, ist die heutige Metalcoreszene vollkommen überschwemmt mit redundanten und wenig kreativen Outputs. Die Vocals sind bis zum Tode gepitchet und mit Autotune aufgemotzt. Drums gesamplet. Elektrozeugs hier und da. Dazu Breakdowns, die nicht mehr als wirkliche Breaks dienen, sondern als komplettes Songaufbauwerkzeug herangezogen werden. Man sprach vor gar nicht so langer Zeit auch gerne von Risecore. Besonders das Label Rise Records vermochte/vermag es nämlich, Bands in dieser Richtung unter Vertrag zu nehmen, um den Teenieeltern das Geld aus den Taschen zu reißen. Da auch ich davon unendlich viel gehört habe und es auch zum Teil immer noch tue, kamen mir SONIC SKIES mit ihrem rauen und ehrlichen Sound gerade gelegen. Nach der Debut-EP "Icarus" sind die Jungs aus Hameln nun mit ihrem Nachfolger "Constants & Variables" erneut am Zug... ...und haben mich beim ersten Spin eher weniger überzeugen können. Doch jetzt, nach einigen Durchläufen, ist die Katze aber sowas von aus dem Sack gehüpft. 'Hope Dies' ist als Opener zwar ordentlich, kann jedoch auch zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht mit dem Rest des Extendes-Plays mithalten. Denn 'This Place is Dead' liefert mit sanften Klängen zu Beginn und energischer Strophe einen Einstieg, der meine Ohren extrem spitzen lässt. Die an zwei Stellen genutzten kurzen elektronischen Beat-Ansätze sind sehr effizient. Der Pre-Chorus erinnert zudem an Sophia, die 2008 mit 'my morning; migration' einen sehr eindrucksvollen Long-Player herausbrachten. Es sind besonders auch die Vocals, die dieser Band angelehnt sind. 'The Storm' besitzt eine unfassbar einprägsame Gitarrenline und 'Our Way Back Home' einen mit 'This Place is Dead' vergleichbar geilen Refrain. Sonic Skies 2014 by Daniel BischoffDer Titelsong 'Constants and Variables' haut mit seiner Melo-Bridge dann auch noch mal ein Pfund heraus, das der EP bis dahin fehlte. Der anschließende 'Hidden Track', versehen mit sanften Gitarrenklängen, gibt dem Albumausschnitt dann auch das Outro, das es verdient. Auch wenn man das eigentlich nicht verraten darf... ...was man jedoch unbedingt verraten sollte: die komplette Instrumentalisierung ist schlüssig und konsistent. Die Vocals sind vielfältig und dennoch durchweg auf einem konstanten Level. Die Songs sind beständig strukturiert und dennoch abwechslungsreich. Und betrachtet man all diese Konstanten und Variablen im Gesamtwerk, dann geht die Gleichung letztendlich auch zu einem Großteil auf. Album-VÖ: 17.01.2015 (Photo by Daniel Bischoff)