(Ascot Elite) Wieder mal ein Film, bei dem es sich empfiehlt, den Klappentext nicht (!) zu lesen, da er zu viel von der Handlung preis gibt. Bei der sich zuspitzenden Spannung, die THE CAPTIVE im Laufe der Handlung entwickelt, auch definitiv ausreichend. Ich bin ja ohnehin der Meinung, dass viele Rezis im Netz zuviel auswalzen. Darum beschränke ich mich auch hier auf wesentliche Eckdaten. Wobei man prinzipiell nur die Mitwirkenden aufzählen müsste, um zu wissen, dass der Film kein Flop ist: Ryan Reynolds (Buried – Lebend begraben, Blade: Trinity, Safe House), Scott Speedman (Underworld, Underworld: Evolution, The Strangers) Rosario Dawson (Sin City, Sin City 2: A Dame to Kill for, Death Proof), Mireille Enos (Sabotage, The Killing, World War Z), Regisseur: Atom Egoyan (Wahre Lügen, Chloe, Devils Knot) Zur Handlung, wie schon gesagt nur knapp umrissen: Matthew, Tina und die 9-Jährige Cassandra sind eine glückliche Familie, bis Cassandra nach dem Eiskunstlauf-Paar-Training aus dem Auto ihres Vaters entführt wird. Als Matthew nämlich kurz bei einer Bäckerei Halt macht, verschwindet Cassandra in der verschneiten Umgebung, wie vom Erdboden verschluckt. Der Zuschauer bekommt nichts mit, der Rücksitz des Trucks ist einfach leer, als Matthew gefühlte zwei Minuten später wieder auf den Fahrersitz steigt. Und was jetzt kommt, kann man sich auch ausmalen, ohne Vater zu sein. Panik, Vorwürfe, Verzweiflung. Polizeiverhöre, Ermittlungen, Untersuchungen. Und die Fragen, die sich jeder gerade stellen mag (Was ist mit Cassandra passiert, wird es eine Lösegeldforderung geben? Wer ist der Täter?) wird THE CAPTIVE stillen. Zwar endet der Film für mich nicht ganz zufriedenstellend, aber die zwei Fragen, die offen geblieben sind, kann man verschmerzen. Und interpretieren. The_Captive_Bild_02Aber bis man dort angekommen ist, fordert THE CAPTIVE einen. Und ist dabei so still und leise, dass man das Fingernagelknabbern anfangen könnte. Die verschneite und eisig wirkende Landschaft von Niagara Falls, in der Atom Egoyan seinen Thriller angesiedelt hat, trägt den Bärenanteil dazu bei. Und gibt damit optisch wunderbar das Innerste einiger Charaktere wieder. Und die spielen gut auf... Die Polizeiverhöre sind zwar etwas merkwürdig, aber führen gut in die Konflikte zwischen den Ehepartnern und den Beamten ein. Und Stück für Stück bekommt der Zuschauer die Story in Häppchen serviert. Packend, unerwartet! Film-VÖ: 27.01.2015