(V2/H`art) "Great News" aus den Niederlanden: JOHN COFFEY sind wieder zurück! Der Einstieg muss erlaubt sein, auch wenn er mehr als naheliegend ist. Aus unserem schönen Nachbarland, welches so bezaubernde Bands wie I Against I, The Apers oder Antillectual hervorgebracht hat, stammen auch JOHN COFFEY (um genau zu sein, aus Utrecht). Mit ihrem dritten Studioalbum "The Great News" wird das Quintett in neue Dimensionen vorstoßen, da sich vom Songwriting bis zur Vermarktung zielgerichtet fokussiert wurde und es anhand der dargebotenen Qualität und Kreativität mit dem Teufel zugehen sollte, wenn JOHN COFFEY nicht neue Türen für Fans aufstoßen kann (ohne die alten zu verprellen), welche dringend auf Neuheiten im Bereich des weiten Feldes Punk/Hardcore/PostWhatever warten. "The Great News" vereint in sich ein spannendes Sammelsurium aus verschiedenen Stilen, das als großes Ganzes funktioniert und in sich stimmig ist. Um es gleich vorneweg zu nehmen, alles aufgezählten Referenzen die folgen werden, sind bitte nicht so einzuordnen als wenn JOHN COFFEY sich munter bedient hätten und nichts Eigenes hinterlassen haben. Eher das Gegenteil ist der Fall. Alle zwölf Songs atmen einen bestimmten Spirit, der durch den Abwechslungsreichtum dieser Platte noch mehr hervorgehoben wird. Gleich der Einsteiger 'Eagle Chasing Flies' knallt heftig los und wird in Zukunft The Bronx zeigen, dass es europäische Konkurrenz gibt, was wütende und gleichzeitig euphorische Songs angeht. Mit 'Broke Neck' wird schwedisch-schweinerockend losgerockt, um eine Schnittmenge mit den Beatsteaks herzustellen als diese noch frisch waren. 'Son' und 'Redrum' hauen in die gleiche Kerbe, haben dabei aber soviel Eigenständigkeit im Arsch, dass die Referenzgrenzen bald neu geschrieben werden müssen. Das Klischee, dass das dritte Album das Schwierigste für eine Band ist, werfen JOHN COFFEY komplett über den Haufen, da sich hier zeigt, dass sich die fünf Jungs nicht neu erfinden müssen, aber ihre Qualitäten der Vorgängeralben kanalisiert haben und einen wahren Brecher zu Anfang des Jahres veröffentlichen, der es weiteren Bands des Genres schwer machen wird, an diese Qualität anzuknüpfen. 'Echo' hat gegen Ende sogar einen tiefen DeathMetal-Growl zu bieten, der ebenfalls nicht fehl am Platz wirkt. Das nachfolgende Meisterstück 'The Sinking Ship' punktet mit einem großartigen Chorus, um leicht schräg in den Strophen die Aufmerksamkeit hochzuhalten. Man kann gar nicht anders, als bewusst zuzuhören, da einem sonst teils grandiose Ideen innerhalb eines Songs durchrutschen. Das Trompeten-Instrumental 'Jean Trompette' beruhigt die Aufgeregtheit etwas und lässt einen Luft holen für den nächsten Geniestreich 'Heart Of A Traitor', der angedeutete Hairmetaleinflüsse durchscheinen lässt (v.a.im Refrain), die Trompete genial einsetzt und sich zum heimlichen Hit entwickelt. John Coffey High reso (jellemollemafotografie)'All Horses' und 'J.C.Davis (It Was a Pleasure Meeting You)' zeigen nochmal deutlich, dass es nicht notwendig ist, Songs stringent zu strukturieren, um Wiedererkennungswert zu kreieren. Ob nun Metalgitarren, eine Queens Of The Stone Age-Hookline oder angedeutete Pop-Elelemente (oder alles zusammen)....es funktioniert. Verdammt gut sogar! 'Relief' kurz vor Schluss ist nochmal ein fieser Hassbrocken und mit 'It's A Beginning To Chance' endet es sphärisch instrumental mit hypnotisierender Wortwiederholung des Songtitels. Ob nun Hardcore oder PostRock, Indie-Stilmittel oder der lebensbejahende PunkRock - auf "The Great News" ist all dies vereint und brilliant umgesetzt. Auch das Artwork und die Produktion des Albums (verantwortlich Matt Goldmann) spricht für die exzellente Wertigkeit dieser Veröffentlichung. Nach Atlas Losing Grip das zweite Meisterwerk in diesem Jahr! 2015 wird ein gutes Jahr....:-) 5,5 Blitze! Chapeau!! Album-VÖ: 30.01.2015 (Photo by Jellemollemafotografie)