(AFM Records/Soulfood) In den letzten Jahren lief es im Bereich Mittelalterrock in Deutschland richtig gut. In Extremo, Subway to Sally, Schandmaul und Saltatio Mortis gelang es sogar mit den neuen Alben in die Top 5 der Charts vorzustoßen. TANZWUT sind nun nicht ganz so bekannt wie die eben genannten Kollegen und machten zuerst auch Industrial-Musik, bevor sie sich nach mehreren Umbesetzungen mehr und mehr dem Mittelalter zugewandt haben. Erst letztes Jahr gab es mal wieder ein reines Mittelalter-Album, also ohne jegliche Rock-Instrumente. Mit "Freitag der 13." steht nun aber ein wahres Rock-Album an, welches die Bereiche Industrial und Mittelalter gleichermaßen ansprechen soll. Los geht es mit 'Brot und Spiele' welches sofort an Subway to Sally erinnert. Die tiefe und dunkle Stimme des Teufels sorgt für den gewissen düsteren Gothic-Touch und der Dudelsack harmoniert wie von Mittelalterbands gewohnt, perfekt mit den restlichen Instrumenten. Auch 'Brüder im Geiste' sollte die Fans zufriedenstellen können, ist das Spielniveau doch relativ hoch. Den erwarteten Sprung zur "Dunklen Szene" gibt es dann mit dem Titeltrack 'Freitag der 13.' welcher teilweise schon an die "Neue deutsche Härte" erinnert und erfreulich düster daherkommt. Hier wird dann zum ersten Mal auch deutlich mit elektronischen Stilmitteln gearbeitet. Auch das 'Spielzeugland' macht es Spaß zu besuchen, auch wenn hier ein bisschen die Höhepunkte fehlen. Der Dudelsack holt sich dann in 'Die Zeit heilt alle Wunden' die Aufmerksamkeit zurück und stellt damit genau wie 'Ohne Sünde' wieder mehr den Mittelalteraspekt in den Mittelpunkt. Die Texte wirken dabei nicht unbedingt neu sondern erinnern oft an die zu Anfang genannten Bands. tanzwut bandfoto courtesy of afm recordsHärter und dunkler wird es mit 'Der Zeitdieb' und zu Anfang fühlt man sich doch glatt an Rammstein erinnert. Nach dem ruhigeren 'Niemals mehr' wird es Zeit für 'Des Teufels Braut', welche dann mehr auf das Gaspedal tritt. 'Vorbei ist Vorbei' ist das Album zwar noch gar nicht, trotzdem handelt es sich dabei um einen der besten Songs bis jetzt. Die hohe Eingängigkeit des Liedes ist dabei wohl die größte Stärke, auch wenn ich mir das  1:1 so von Saltatio Mortis hätte vorstellen können. Ein bisschen fehlt da halt überall der Industrialeinfluss, welches aber verschmerzbar ist. Vor allem wenn man als nächstes ein Brett wie 'Spiegelkabinett' vorgesetzt kriegt. Bei dem Refrain ist der Ohrwurm schon vorprogrammiert und wer erstmal in die Scheibe reinhören will, sollte definitiv diesen Track ansteuern. Und da nun jeder Hörer wohl der TANZWUT verfallen ist, kann man auch gleich durchtanzen. Denn 'Bis der Morgen graut' ist ein weiteres dieser extrem antreibenden Stücke, bei dem es einen beim Kritik schreiben kaum noch auf dem Stuhl sitzen lässt. 'Wenn wir untergehen' ist dann wieder düsterer und stellt einen gelungenen Abschluss dar. Kurz und schmerzlos kann man hier eine klare Empfehlung für einen jeden Mittelalterrock-Hörer im Allgemeinen und TANZWUT-Fan im Speziellen aussprechen. Das Album ist schön abwechslungsreich und liegt spielerisch auf einem hohen Niveau. Die Texte sind teilweise nicht so überragend und der Industrialanteil dürfte gerne auch etwas höher sein, aber das schwächt den Hörgenuss kaum. Es gibt auch eine limitierte Fan-Edition dort wartet unter anderem dann eine Bonus CD mit Remixen und Duett-Versionen auf den Käufer. Insgesamt erinnert das Album stark an die großen Namen der Szene, was nun alles andere als schlecht ist. Und wer weiß, vielleicht steht da oben ja auch bald der Name TANZWUT. Anspieltipps: 'Freitag der 13.', 'Spiegelkabinett', 'Bis der Morgen graut' Album-VÖ: 13.02.2015 (photo courtesy of AFM Records)