(Redfield Records) Was tut man, wenn die Anzahl der Songs nicht für ein heute typisches Albumformat von zehn Tracks ausreicht und zugleich die Länge einer EP überschreitet? Genau! Man nennt es Mini-Album. Wie dem auch sei. SURRENDER THE COAST veröffentlichen nach der EP "Breaking Morals & Losing Moral" und zwei weiteren Songauskopplungen 'The Devil You Know' und 'Conscience' am 22. Februar ihr acht Song starkes Mini-Album "Lost Souls" digital über Redfield Records. Im Stile von Every Time I Die, Vanna oder Feed The Rhino trifft hier Metal auf Einflüsse des modernen Hardcore und fetzige Southern-Rock Riffs. Während Every Time I Die auf Grund ihrer Komplexität etwas mehr Zeit benötigen, sind es gerade Bands wie Vanna, zum Beispiel mit ihrem aktuellen Werk "Void", und vor allem nun auch das Newcomer-Quartett SURRENDER THE COAST aus Leicester (UK), die mit ihrer No-Fucks-Given-Mentalität die Membranen der Lautsprecher an ihre Grenzen bringen. So heißt es auf voller Mini-Albumlänge kontinuierlich mitten in die Fresse und das schonungslos ohne jeden Zweifel. 'Aurora Skies' gibt sofort die Marschroute an. Mit punkigem Unterton und von Southern-Rock beeinflussten Riffs wird schnell klar, was die Jungs wollen. Einen ähnlichen Maßstab setzt auch 'Lost Souls' mit seinen eingängigen Gitarrenlines. Dass die vier Briten auch anders können, zeigen sie in 'Thrones', 'A Blissful Ignorance' und 'Southpaw' mit Melancholie und etwas zurückgeschraubter Geschwindigkeit. Vor allem die ambienten Breaks des erstgenannten Titels gehen unter die Haut. STC14_01'Dreamcatcher' hingegen klingt eher matschig und hat viele rockige Riffs, wobei man sich beim Breakdown auf keinen Fall auf den Beinen halten kann. Während 'Wings' den schwächsten Song darstellt, bringt 'Archetype' einen donnernden Abschluss mit cooler Gitarrenline in der Bridge. Lyrisch ein Appell an Selbstständigkeit, Individualität und besonders die Abneigung gegen Anpassung wird das Werk dann auch noch mit einer feinen Message untermauert. "Lost Souls" ist straight forward und vor allem jenes: Böse (in die Fresse). Wütend. Und aggressiv. Der Name ist hierbei also Programm. Die beiden Sänger Andy Connelly und Dave Griffiths schmettern einem im Duo üble Töne entgegen. Dass die vier Briten mit diesem Mini-Album die Mikrowelle nicht neu erfinden, wird schnell klar, doch sie liefern hier ein hochsolides Teil für Metal-, Hardcore- und Rocksympathisanten ab. Album-VÖ: 22.02.2015 (Photo courtesy of Redfield Records)