(Epitah/Indigo) "Der Begriff Sidekick bezeichnet in der Literatur und in der darstellenden Kunst sowie im Film eine spezielle Art von Nebenrolle, meistens den Begleiter der Hauptfigur" (Wikipedia.de). Und genauso klingt wohl auch ein Sidekick, wie die gleichnamige US-Band auf ihrem neusten Longplayer beweist. "Runners In The Nerved World" betiteln THE SIDEKICKS ihr viertes Album, welches allerdings nur noch eine sehr geringe Schnittmenge mit ihrem Debüt "So Long, Soggy Dog" aufzuweisen hat. Konnte man die Band aus Ohio im Jahre 2007 noch klar im Skate-Punk Genre verorten, hat man sich mit dem renommierten Produzenten Phil Eck (u.a. Built To Spill, Band Of Horses, Fleet Foxes) eine Neuausrichtung ins musikalische Heim geholt. Der Blick über den Tellerrand und die Erweiterung des musikalischen Horizontes, steht der Band allerdings nicht sonderlich gut zu Gesicht. Denn wirklich zündende Ideen und Innovationen hatte man beim Einspielen der Platte nicht mit ins Studio genommen. Der Opener 'Hell Is Warm' kommt noch sehr charmant um die Ecke galoppiert, leicht treibendes Schlagzeug, nette Gitarrenmelodien, deutlich zurückgenommener Gesang. Drei Minuten Pop aus dem Bausatzkasten. Und da man sich in den Klangteppich bereits eingekuschelt hat, denken die drei Musiker gar nicht daran, einem die Decke wegzuziehen. So stehen am Ende zwölf Tracks, die alle irgendwie gleich klingen und gar nicht daran denken, sich im Gehörgang festzusetzen. Herauszuheben wäre einzig noch 'Satellite Words And Me', die vermutlich erste Ballade der SIDEKICKS, welche das zugrundeliegende Songmuster dieser Platte etwas variiert. Melancholisch. Traurig. Aber dennoch schön. Insgesamt gesehen kann man der Band aber auch keinen Vorwurf machen. Mir persönlich ist es lieber, wenn sich eine Band mal ausprobiert und neue Genres und Arbeitsweisen angeht, anstatt immer wieder die gleiche Platte aufzunehmen. Ähnlich dürfte auch Sänger Steve Ciolek gedacht haben: "This record was really trying to get away from that punk format, even though I have a lot of respect for that music." The Sidekicks Promo Picture 1Am Ende steht ein leider nur durchschnittliches Album, welches man gerne nebenbei laufen lassen kann, sei es zum Nachmittags-Kaffee oder zum gemeinsamen Familienfrühstück am Sonntagmorgen. Anstoß nehmen wird niemand. In der Definition des Begriffes Sidekick heißt darüber hinaus weiter: „Der Sidekick erfüllt aber auch den Zweck, die überlegenen Fähigkeiten des Helden herauszustellen.“ In diesem Sinne kann es nicht schaden, gleich zu den Band Of Horses zu greifen oder dem sensationellen Debüt der SIDEKICKS, "So Long, Soggy Dog", noch einige extra Runden im CD-Spieler zu gönnen. Album-VÖ: 16.01.2015 (Photo courtesy of Epitah Records)