(Epitaph Europe/ Indigo) Nein Leute, es handelt sich hierbei nicht um die neue Miley Cyrus-CD, obwohl das Cover schwer daran erinnert. 🙂 Noch nicht einmal ganz zwei Jahre ist es her, seit ihrem letzten Longplayer "Fashionably Late", da legen Frontrüpel Ronnie Radke und Anhang auch schon mit Album Nr. 3 "Just Like You" nach. Er scheint eine regelrechte Releasemaschine zu sein, was vermutlich mit dem damaligen Ausscheiden aus der Band Escape The Fate im Jahre 2007 zu tun haben könnte, da Ronnie an dieser Position ebenfalls schon textlich und wohl auch musikalisch das Zugpferd war und seine Kreativität so dermaßen sprudelte, dass er nach einem Brainstorming gleich Material für drei Alben entworfen hatte. Aus diesem Grund ist auch die Rede davon, dass Radke mit "Just Like You" nun ein Prequel des damaligen Escape the Fate-Albums "Dying Is Your Latest Fashion" vorgelegt hat, welches diesem auch musikalisch sehr ähnlich ist. Das liegt wahrscheinlich daran, dass egal in welcher Band Ronnie Radke gerade spielt, alles wie aus seiner Feder klingt und ihm der Mix aus Slipknot-mäßigem Gebrüll und zuckersüßem Pop-Punk mit schwarz lackierten Fingernägeln à la My Chemical Romance so gut gelingt. Nun zum dritten Werk, in dem auch persönliche, aktuelle Geschehnisse von Ronnie R. verarbeitet wurden. Beginnend mit dem locker langsam rockenden 'Chemical Prisoner', in dem er leider verkünden muss, dass Menschen in seinem Umfeld zu alten Lastern zurückgekehrt sind. Beim nächsten Stück 'God If You Are Above' ist er wohl auf Sinnfindungsmodus gegangen, wobei der Song gut Fahrt aufnimmt und als eine der typischen Hymnen von FALLING IN REVERSE heraussticht. Mit dem Folgenden 'Sexy Drug' wird es wieder schräg und groovy, wie teilweise auf dem Vorgänger. Sprechgesang, Synthesizer und tanzbarer Beat sind hier Programm und sorgen für gute Laune, sowie der unfassbar gut ins Ohr gehende Titeltrack 'Just Like You', in dem er straight die Passagen: "I am aware that i'm an asshole" und  "I'm living my life the way that i want to" raushaut, begleitet von spaßigen NaNaNa-Chören im Hintergrund. Nebenbei sei aber auch gesagt, dass seine Band musikalisch einen sehr guten Job macht mit trashenden Drumrhytmuswechseln und stadionrockartigen Gitarrensoli, da gibt es nichts zu meckern. Nun zu 'Giullotine IV (The Final Chapter)', welches mit kompromisslosen Growls  und fiesen Gitarrenbreaks aufwartet, dass man einen Moment denkt, ob das noch die gleiche CD im Player ist. Die nächsten Songs ähneln dann eher dem Vorangegangenen, obwohl man mit 'Get Me Out' und 'Die For You' noch zwei absolute Top Tracks geschaffen hat. Der eine wieder eine richtig eingängige Pop-Hymne, der andere ein treibender Metalcore-Song mit Vollgas-Part, bevor mit 'Brother', in dem der kürzliche Verlust eines engen Familienmitglieds mit Piano und viel Gefühl verarbeitet werden musste, die Platte ihr sanftes Ende nimmt. Fazit: FallingInReverse_Full Band 1_FelishaTolentinoRonnie Radke ist mit FALLING IN REVERSE erfolgreicher denn je, da Sie auch schon vor Album drei einige ausverkaufte Shows gespielt haben. Mit FALLING IN REVERSE ist es wohl eher ein zweischneidiges Schwert, weil der ein oder andere aufgrund der öffentlich bekanntgemachten Vergangenheit eines Ronnie R. diesem nicht im Dunkeln begegnen möchte und seine Art für ziemlich arrogant hält. Einige mögen auch denken: "Mensch, der traut sich was und obendrein kann der auch wirklich singen." Ich sehe das genauso: Ronnie R. praktiziert mit FALLING IN REVERSE den vielleicht etwas verrufenen und belächelten Metal/Emo-Core, der Anfang 2000 seine Zeit hatte. Jedoch sehe ich das anders, aufgrund der Tatsache, dass seine Vertonungen zehnmal besser klingen, als viele dieser Bands, die sich in diesem Genre auch zu früheren Zeiten versucht haben. Das Album macht Spaß und bekommt 5,5 Blitze. Dazu kommt es zur Freude aller Fans als Deluxe Edition mit 2 Bonustracks - wenn das mal nix ist. Album-VÖ: 20.02.2015 (Photo by Felisha Tolentino)