lights1Es ist schon mehr als zwei Jahre her, dass LIGHTS sich in Europa herumgetrieben hat. Dieses Mal habe ich sie mir für einen Plausch geschnappt und mit der Dame über ihre Musik (natürlich!) gesprochen, wie sich ihr Leben als Musikerin und gleichzeitig Mutter gestaltet und sind kurzzeitig in eine Euphorie bezüglich Videospiele verfallen. Hallo LIGHTS, du bist nach langer Zeit wieder bei uns in Deutschland bzw. Europa unterwegs! Hast du ein paar schöne Erinnerungen an deine letzte Tour hier? Ich freue mich sehr wieder hier zu sein, vor allem, weil es wirklich schon eine ganze Weile her ist, aber ich bin auf jeden Fall gespannt. Ich glaube, das letzte Mal bin ich 2012 hier auf Tour gewesen, was ja nun fast schon drei Jahre sind. Aber ich erinnere mich auf jeden Fall daran, dass die Tour sehr viel Spaß gemacht hat. Abgesehen vom Touren war ich aber das ein oder andere Mal hier unterwegs, da ein Teil meiner Familie hier in Deutschland lebt – in Mönchengladbach, Weimar und Köln. Ich liebe es total hier und ich fühle mich auch sehr heimisch. Das ist ja interessant und gleichzeitig schön zu hören, dass du dich hier gut aufgenommen fühlst. Gibt es denn – abgesehen von der Familie – ein paar andere Sachen die dir hier drüben ganz besonders gut gefallen oder in Berlin besonders gut gefallen? Oh ja, ich liebe das Brot hier in Deutschland. Das Brot und den Käse! Wir decken uns wirklich in jeder Stadt mit so viel wie möglich davon ein, weil es hier einfach so gut schmeckt. Es gibt wirklich keinen anderen Ort auf der Welt, wo diese beiden Sachen so gut schmecken. Das ist also etwas, worauf ich mich immer total freue, wenn ich herkomme. Was ich außerdem sehr schätze ist, dass Deutschland ein Land voller Geschichte ist, vor allem im Vergleich zu meiner Heimat Kanada. Kanada ist ja dahingehend noch ein sehr junges Land, aber hier gibt es wirklich viel Geschichte und gerade auch hier in Berlin, wie die Mauer und andere Sachen. Das ist schon wirklich toll das alles erkunden zu können. Auf deiner Tour hier spielst du ja eher in kleineren Club, so auch heute, aber du kennst es natürlich, durch deine Touren in den USA oder deiner Heimat, auch in großen Konzerthallen zu spielen. Was macht dir denn mehr Spaß und warum? lights5Weißt du, ich denke als Musiker magst du es eigentlich schon ganz gerne, wenn du große Hallen spielen kannst. Also ich mag es auf jeden Fall sehr gerne, vor allem, da man dort sein ganzes Set-Up richtig ausbreiten kann – die ganze Beleuchtung und eben alles, was schönes dazu gehört. Die Leute können einfach die Show im bestmöglichen Umfang sehen. Ich mag natürlich auch die kleinen Clubs, da dort immer diese Rock 'n' Roll-Energie voll zum Ausdruck kommt – die Leute stehen Schulter an Schulter zusammen, die Musik ist laut, rau und die Leute kommen, weil sie die Musik einfach sehr gern haben und nicht, weil man überall in der Stadt auf großen Plakaten hängt oder im Radio gespielt wird. Da ist es dann doch auch ein sehr schönes Gefühl zu wissen, dass die 200 Leute zu der Show kommen, weil sie deine Musik gefunden haben und sie gerne auch live hören möchten. Das ist schon ziemlich cool. So hat natürlich beides seine Vorteile. Wie würdest du denn dein Publikum in Bezug auf die Konzerte von dir, bzw. das Publikum hier in Europe beschreiben? Ich finde ja, dass ihr hier drüben viel offener seid, was das Tanzen und bewegen auf Konzerten angeht. Gestern haben wir in Hamburg gespielt und es war einfach toll. Die Leute sind aus sich rausgekommen, haben die Musik gefühlt und sowas ist einfach schön zu sehen. Drüben hat man es sehr oft, dass die Leute dann dort stehen und dich einfach nur beobachten, bei dem was du machst. Ich möchte damit nicht sagen, dass sie die Musik nicht verspüren, aber es ist eben doch anders als hier und das ist, meiner Meinung nach, der größte Unterschied. Das hört man interessanterweise oft von Musikern über die deutschen Fans. Aber erzähl doch mal, wie ist das für dich quasi mit deiner Familie auf Tour zu sein. Dein Instagram verrät ja, dass dein Mann und deine Tochter dabei sind! Was ist das für eine Erfahrung für dich? Es ist natürlich eine ganz neue, aber sehr spannende Erfahrung für mich und das ändert natürlich einige Sachen. Vorher war es so, dass man nach den Konzerten einfach noch Zeit hatte, irgendwo zu essen, in einer Bar etwas trinken oder tanzen zu gehen, aber mit einem Baby kann man solche Sachen natürlich nicht wirklich machen. Was sich also am meisten verändert hat, ist wirklich das Nachtleben. Jetzt spielt man eben sein Konzert und dann verbringt man Zeit mit der Familie und schaut einen Film oder sowas und das ist einfach eine andere Art von Trubel und Spannung und das mag ich auch wirklich sehr. Ich finde es schön, dass mein Mann Beau sich die Zeit genommen hat, dabei zu sein, was ich natürlich nicht als selbstverständlich betrachte. Auf der nächsten Tour kann er ja wahrscheinlich nicht dabei sein, da er ja auch selber mit seiner Band unterwegs sein wird, aber da werde ich dann vielleicht einfach meine Mama einspannen. (lacht) Abgesehen vom Nachtleben auf Tour, hat sich für dich als Musikerin noch mehr verändert, jetzt wo du stolze Mutter bist? Vielleicht nicht unbedingt als Musikern, sondern überhaupt. Ich denke, meine ganze Einstellung zum Leben hat sich dadurch etwas verändert. Ich mache mir einfach viel weniger Sorgen oder Gedanken darüber, was andere Leute von mir denken oder was ich machen würde, wenn sich eines meiner Alben nicht mehr gut verkauft, da ich einfach etwas so Wundervolles immer bei mir habe. Mutter sein hat mich wirklich gelehrt, einen schönen Moment zu erkennen und mehr zu schätzen und einfach zu leben, anstatt sich immer über alles den Kopf zu zerbrechen. Das klingt doch wirklich wunderbar und wird hoffentlich weiterhin so bleiben. Verrate mir doch jetzt mal, welchen Song von deinem Album "Little Machines" dir derzeit am meisten am Herzen liegt. Deine Tour hast du ja nach dem Album benannt … lights12Genau. Also ich denke, dass ich im Moment 'Running With The Boys' am liebsten mag. Wir haben ja gerade erst das Musikvideo dazu herausgebracht und darin sind meine besten Freundinnen und ich zu sehen und es hat einfach so viel Spaß gemacht, es zu drehen und der Song ist einfach auch ein wichtiger Song für das Album als Gesamtpaket. Es ist ein kraftvoller Song, der Spaß machen soll. Es geht darum, sich jung, inspiriert und frei zu fühlen und das man sich diese Eigenschaften erhalten soll, wenn man älter wird. Wenn du 'Little Machines' mit einem Film oder einer Kombination aus mehreren Filmen vergleichen müsstest – was wäre dann deine Wahl? Da fällt mir als erstes der Film Stand By Me ein! Ich meine, die Gruppe von Jungs, die auf ihre Abenteuer gehen und die Welt auf ihre Weise erkunden, das passt einfach zum Bild und Gefühl des Albums. Man ist jung und hat Zeit für solche Entdeckungstouren, das passt einfach. Ansonsten würde ich noch Outsiders sagen, aber natürlich aus der Sicht von Mädchen! (lacht) Gute Wahl, muss man sagen! Und wenn es um deine Auftritte geht, was spielst du momentan am liebsten live? Ich spiele total gerne 'Up We Go', denn die Leute haben immer sehr viel Spaß, da es auch so ein fröhlicher Song ist. Die Leute singen mit und haben Spaß, das sehe ich total gerne. Von den älteren Songs spiele ich gerne 'Flux and Flow', da er diesen eingängigen Bass und auch Lyrics hat. Wenn dann noch der Bass im Club perfekt eingestellt ist, dann klingt er noch viel besser und macht einfach so viel Spaß und überhaupt Songs vom letzten Album zu spielen, ist ziemlich toll, ja, aber die beiden sind auf jeden Fall meine Favoriten. Was macht dir, abgesehen vom Spielen der Konzerte, auf deinen Touren am meisten Spaß? Machst du gerne Sightseeing oder irgendwelchen verrückten Sachen? Sightseeing ist auf jeden Fall etwas, dass ich sehr gerne mache. Das oder überhaupt einfach durch die Straßen laufen und mir alles anschauen, gerade auch hier in Berlin gibt es ja auch so viel zu sehen – die Straßenkunst hier ist sehr interessant und auch einfach die Menschen beobachten, macht Spaß. Was ist neben der Musik deine größte Leidenschaft? Videospiele! Ich liebe diese Erfahrung einfach und dieses Abtauchen in eine andere Welt. Ich kann bei Videospielen einfach sehr gut abschalten und die Gedanken auch einfach wandern lassen, das liebe ich total. Ich finde es einfach wichtig, dass man sozusagen ab und zu einfach etwas hat, worin mach sich flüchten kann und das sind für mich definitiv Videospiele. Oh, das kann ich sehr gut nachvollziehen! Wirklich? Das ist toll. Was spielst du? Meine absolute Lieblingsreihe ist immer noch Final Fantasy, vor allem die älteren Spiele für die Play Station One. Das waren noch Zeiten! Das ist ja toll. Ich habe gerade Final Fantasy XIII zu Ende gespielt und bin total begeistert und habe auch über die älteren Spiele so viele gute Sachen gehört, besonders über Teil 7, da muss ich auf jeden Fall noch einige spielen. Ich kann dir auf jeden Fall noch Final Fantasy IX empfehlen. Aber bevor wir jetzt ganz vom Theme abkommen: wie voll ist dein Zeitplan dieses Jahr? Wirst du viel unterwegs sein und hast du sonst etwas Spannendes geplant, was du schon teilen kannst oder möchtest? lights7Ich werde es in Erinnerung behalten! (lacht) Und ja, ich gehe dieses Jahr eine Menge auf Tour. Es wird aber auch auf die JUNO Awards in Kanada gehen, dann das Musikfestival Coachella und ich werde als Support für One Republic durch Kanada touren und auf sehr vielen Festivals im Sommer spielen und ansonsten ist in Planung, mal wieder nach Australien und Ostasien zu gehen. Abgesehen davon bin ich natürlich auch wieder fleißig am Songs schreiben und kollaboriere ansonsten noch mit ein paar anderen Künstlern und DJ's, also ich habe einiges in Planung, sodass es auf jeden Fall nicht langweilig wird! Das klingt super! Du hast auch gerade etwas von neuen Songs gesagt. Nimmst du dir zum Schreiben auch oft auf Tour die Zeit dafür? Ich versuche es auf jeden Fall! Ich versuche eigentlich so kreativ wie möglich zu sein, auch wenn es manchmal nur Albereien auf dem Keyboard sind, aber ich finde es einfach wichtig, dass man dran bleibt und das Rad am Laufen hält und deswegen versuche ich auch wirklich immer Zeit dafür zu finden wenn ich unterwegs bin. Du bist Musikerin, welche Songs oder Musiker haben es dir derzeit angetan? Was hörst du gerne oder welche Künstler bewunderst du? Mit der Zeit habe ich mich mehr und mehr mit Musikerinnen beschäftigt, ich mochte einfach immer mehr dieses Frauen-Empowerment! Ich habe immer schon immer Björk gemocht, aber abgesehen davon höre ich auch sehr gerne Kate Bush, Patti Smith oder Joni Mitchell. Das sind einfach Frauen und Musikerinnen, denen ich gerne zuhöre, die mich berühren und zu denen ich aufschaue. Danke für den Einblick und das du dir die Zeit genommen hast. Meinerseits sind wir dann durch für heute. Gibt es noch etwas, dass du gerne sagen würdest? Ja, gerne und was ich noch sagen möchte ist, dass ich gerne öfter nach Deutschland kommen will. Also haltet die Augen offen! (lacht) (Alle Fotos von Carolin Kruse)