(Razor & Tie) Eigentlich hatte ich mit dieser Band gedanklich schon abgeschlossen. Musikalisch war das, was die Herren und Dame da regelmäßig abgeliefert haben, eine freilich gut produzierte, alles andere als schlechte, aber letztlich doch irgendwie „gewöhnliche“ Variante von Metalcore, die sich im direkten Schlagabtausch mit Alben von Genre-Mitstreitern nicht langfristig im Gehörgang festsetzen konnte und kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal hatte. "The Order Of Things" ist entsprechend mit keiner großen Erwartung in meinem Player gelandet, und vielleicht ist das auch der Grund, warum mich diese Scheibe von der ersten bis zur letzten Minute abgeholt hat. Die zunächst vorab veröffentlichte Nummer 'No Knock' hätte das wohl auch nicht erwarten lassen, handelt es sich hierbei nicht nur um die härteste Nummer des Albums, die eher nach den alten ALL THAT REMAINS klingt, sondern auch um eine absolute Ausnahme, die in der Art nicht noch einmal auf der Scheibe zu hören ist. Die neuen ALL THAT REMAINS haben nämlich nur noch ganz bedingt etwas mit Metalcore zu tun, sondern sie fühlen sich fortan scheinbar viel mehr im reinen Metal zu Hause. Unterstrichen wird dies durch die relativ stark vertretenen Gesangseinschübe der Bassistin Jeanne Sagan. Schicker, melodischer Duettgesang, der hier geboten wird. In Songs wie 'Divide', 'Pernicious' oder der stärksten Nummer des Albums 'For You' (Das hätte mir vor ein paar Jahren mal einer sagen sollen, dass ich den mit Abstand softesten Song einer CD als persönlichen Favoriten nennen würde…) bekommt man richtiggehend Gänsehaut. All-That-Remains-Justin-Borucki-1Die Produktion der Scheibe lag diesmal erstmals bei Josh Wilbur, möglicherweise ist hierin der große Schritt nach vorn begründet. Insgesamt ist der Sound von "The Order Of Things" unglaublich wuchtig und kristallklar, ohne aber klinisch zu erscheinen. Ungeachtet der Tatsache dessen, dass die Band in letzter Zeit eher durch unangemessene Aussagen von Frontmann Phil Labonte von sich Reden gemacht hat, wird diese inzwischen siebte Scheibe der Band eine ordentliche Duftmarke setzen, sodass ich auch keine Scheu habe, hier mal das ganz große Gewitter aufziehen zu lassen: volle sechs Blitze gibt es von meiner Seite für ALL THAT REMAINS. Album-VÖ: 27.02.2015 (Photo by Justin-Borucki)