(Warner Home Video) ANNABELLE, die Puppe, die uns schon in Conjuring – Die Heimsuchung in ihrem Glasgefängnis das Fürchten lehrte, ist mit ihrem eigenen Prequel zurück. Regisseur John R. Leonetti zeichnet für den Stoff verantwortlich, Annabelle Wallis (Peaky Blinders), John Form (The Wolf of Wall Street), Tony Amendola (Once Upon a Time) und Alfre Woodard (12 Years a Slave) liefern als Darsteller allesamt eine gute Vorstellung ab. Worum geht es? John Form und seine Frau Mia erwarten ein Kind. Eines Nachts wacht Mia auf, weil sie von nebenan einen Schrei gehört hat. Das ältere Nachbar-Ehepaar wird von der eigenen Tochter Annabelle, die vor Jahren davongelaufen war und ihrem Freund gemeuchelt, auch Mia wird verletzt, John kann gerade noch eingreifen, um die Angreifer abzuwehren. Die kostbare Sammler-Puppe, die John Mia am Abend zuvor noch geschenkt hat, hält Annabelle noch im Arm, als sie sich mit der Polizei im Nacken und einem satanischen Zeichen an der Wand im Haus der Forms selbst richtet. Und schon nimmt das Unglück seinen Lauf. Nachdem die Familie umgezogen ist und ANNABELLE im Mülleimer der alten Wohnung von John entsorgt wurde, packt Mia sie plötzlich wieder aus einem Umzugskarton in der neuen Wohnung aus. Man schiebt es auf den Umzugsstress. Bis sich die unheimlichen Vorkommnisse häufen und Mia fast an den Rand des Wahnsinns bringen. Das sollte als kleine Einstimmung mehr als ausreichen, wobei ich ja immer empfehle, ohne Vorkenntnisse an die Thematik heranzugehen. Bluray in den Player, Film ab. ANNABELLE hat bei mir Erinnerungen an die alten Klassiker geweckt. Kirchenszenen wie bei Das Omen, Ansichten auf das Haus der Familie bei Nacht wie in Halloween, aber auch Assoziationen mit neueren Gruselfilmen vom Schlage The Ring oder Mama sind dabei. DSC_1060.dngEin ganz großes Plus ist der Verzicht auf Effekte. Alles ist schön oldschoolig, der Film lebt vom Zusammenspiel der Musik und den beeindruckenden Kamera-Fahrten. Und der eigenen Vorstellungskraft. ANNABELLE ist zwar kein Genre-Highlight, aber allemal ein guter und spannender Grusel-Streifen. Und ich sage hier bewusst "Grusel" und nicht "Horror". Und für alle, die beim Begriff Puppe an Chucky denken... weit gefehlt. Klar, einige Handlungen der Charaktere können wieder nur schwer nachvollzogen werden, aber das nimmt man aufgrund der Storyline hin. Und hinnehmen sollte man auch, dass bis auf die Puppe ANNABELLE der Film nichts mit Conjuring zu tun hat. ANNABELLE fungiert quasi "nur" als eine Vorgeschichte, nämlich die der Puppe. Was man sich definitiv noch gönnen sollte, sind die wirklich informativen Specials der Bluray. Der Fluch von Annabelle, Blutige Tränen der Besessenheit, Die Puppen des Teufels und Ein dämonischer Prozess geben rund 20 Minuten Einblicke hinter die Kulissen. Maskenbildner, Kameraleute, Techniken werden vorgestellt, die zum wiederholten Ansehen einiger Szenen des Films aufrufen. Sehr gut! On top gibt es noch ca. 25 Minuten nicht verwendete Szenen. DVD/BD-VÖ: 19.02.2015