(Longbranch Records/SPV) Neuseeland...das Land der Hobbits, unglaublicher Naturspektakel und Kiwis (Vogelart). Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je qkm - und trotzdem fanden sich 2009 vier Jungs zusammen, die ihren Vorbildern aus den Staaten nacheifern wollten und infolge dessen schwungvollen PopPunk produzierten, der interessant und hitverdächtig klang, aber außerhalb Neuseelands kaum zur Kenntnis genommen wurde, da er teilweise doch arg beliebig konstruiert war. 2012 war das Jahr des musikalischen Neustarts und etwas offenerer Ausrichtung. Die EP "Freedom Fighter" überraschte mit extremer Hitdichte, wobei die Elemente PopPunk und HardCore das Gerüst für unverschämt catchy Melodien und alles umarmender Refrains wurde. Nun wurde man auch über die Grenzen des Inselstaates hellhörig und dank der Entscheidung des hannoverschen Labels SPV THE JURY AND THE SAINTS zu signen, gibt es das selbstbetitelte Album nun seit Ende Februar 2015 käuflich zu erwerben. 12 Songs, die Depressionen lindern können, die den Winter vergessen machen und jegliche positive Zelle beleben werden. Man muss das natürlich mögen - forscher, zuckersüßer Gesang, der mit energischen Einschüben voller Inbrunst vorgetragen wird, untermalt von einem ständigen Background-Ganggesang, der zur Verstärkung der Eingängigkeit auch nicht schadet. Die Struktur der einzelnen Songs unterscheidet sich auch nicht sonderlich, aber wenn man Knaller der Marke 'Freedom Fighter', 'City Lights', 'Focus' oder der aktuellen Singelauskopplung 'Monday Morning' im Köcher hat, darf man auch mal auf die Vergabe des Innovationspreises scheissen und einfach Spass haben. Große Whoooaa-Whoo-Whoooa Chöre bei 'Fever', der fette Einstieg bei 'Focus', der an Comeback Kid erinnert, der zurückgenommene Track 'Monday Morning', der emotional berührt ohne weinerlich zu sein und ab der Mitte die große Geste auspackt. THE JURY AND THE SAINTS bezeichnen ihren Sound selbst als StadionRock, allerdings greift dieser Begriff zu kurz, da die Attitüde des Punk und Hardcore nicht nur durchschimmert, sondern zum Glück die Oberhand übernimmt. 'Freedom Fighter' ist bekannt von gleichnamiger EP, hier nochmal knackiger produziert und wird in Zukunft mit Ignite Klassikern Marke 'Bleeding' in einem Atemzug genannt werden müssen. jury-and-saints-jury-and-saints-7523Auch Midtempo steht THE JURY AND THE SAINTS extrem gut und 'Knocking On The Devil's Door' wird die Hörerschaft eines jeden Indie-Radiosenders in Verzückung setzen. Für den Einzelnen könnten die massenhaft eingesetzten Chorusse zu aufdringlich wirken und bei Albumfüllern wie 'Bust The Radio' oder 'Last Time' fällt ein Qualitätsabfall auch sofort auf, aber in seiner Gesamtheit ist "The Jury And The Saints" perfektes Entertainment, welches dich mitreisst und zu den ersten Überraschungen des noch jungen Jahres gehört. Mit 'Make Our Mark' endet ein wunderbar kurzweiliges Album, welches zum feiern, Sport treiben oder einfach genießen einlädt. Für Fans der Schnittmenge Red City Radio, H2O, Set Your Goals oder Nations Afire. Wegen geringer Luft nach oben und dem schuldigen Beweis, dass es auch live funktioniert, gibt es vorsichtige 5 Blitze, die jederzeit nach oben (und nur nach oben) korrigiert werden dürfen. Album-VÖ: 27.02.2015 (Photo courtesy of Longbranch Records)