(Midsummer Records / Cargo Records) Wer kennt ihn nicht, den 80er Jahre Klassiker 'New York, Rio, Tokio'? Lauscht man allerdings den Klängen von THE SATELLITE YEAR, so muss man den Ausspruch ganz klar um Saarbrücken erweitern! Die Süddeutschen verstehen es seit ihrem Debüt "Mission: Polarlights" von 2011 ausgezeichnet, eingängigen Post Rock bzw. Punk mit Elektro-Pop zu fusionieren, der eben nicht kleinbürgerlich deutsch, sondern vielmehr „weltbürgerlich“ groß klingt! Seit 2008 zelebriert das Quintett seinen eigenständigen Sound, der unter anderem vom packenden Wechselgesang von Sänger Daniel Rimedio und Keyboarder Andreas Fischer lebt. Darüber hinaus treffen sphärische Keyboard-Klänge auf spacige Prog- und Indie-Gitarrensounds. Begleitet wird die Melodie-Sektion vom filigranen aber nie dick auftragenden Schlagzeugspiel. Die gesamte Instrumentalgruppe spielt stets songdienlich. Vielleicht war es dies oder bloß Neid, der einige Kritiker im Netz "Mission: Polarlights" heruntermachen ließ. Von zu simplen Songs war da die Rede. Na klar und Kapellen in ähnlichem Fahrwasser wie Taking Back Sunday, Jimmy Eat World oder The Get Up Kids stellen ihre technischen Fähigkeiten stets zur Schau und machen damit selbst Dream Theater Konkuerrenz, oder was? Also bitte! Ja, man kann der Band vorhalten, amerikanisch zu klingen, aber na und? Die Songs haben es in sich und so ließ das Ende 2010 aufgenommene Debüt zahlreiche Labels aufhorchen. Unterschrieben haben die fünf Musiker dann gleich drei Plattenverträge mit dem japanischen Label Radtone Music Group, dem deutschen Indielabel Midsummer Records und dem in Großbritannien und den USA ansässigen Label Engineer Records. Auf eben jenen erschien nun auch "Brooklyn, I AM". Wieder gibt es wunderschöne, emotionsgeladene Hymnen zu hören, wie sie U2 schon lange und 30 Seconds To Mars seit der enttäuschenden letzten CD nicht mehr hinbekommen. "Brooklyn, I AM" will aber im Gegensatz zum offensichtlich eingängigen Debüt erst noch erschlossen werden. Wer sich die Zeit nimmt, der entdeckt den ganz eigenen Charme der Kompositionen und die enorme Vielschichtigkeit an erzeugten Emotionen. THE SATELLITE YEAR decken ein großes Spektrum an Gefühlen ab. Man versinkt förmlich in der Musik. Das ist ganz große Pop-Kino und dank teils fast schon progressiven Gitarrenläufen und vetrackt schönen Keyboard-Arrangements jenseits des Mainstream-Pop bzw. Punks. TSY-2015-2Auch wenn ich die Vergleiche nicht überstrapazieren will, so müssen an dieser Stelle doch Coldplay und Angels & Airwaves herhalten, deren Größe und Erhabenheit ins Songwriting einfloss und trotz der Verbeugungen vor jenen hat die Saarbrückener Mischung einen großen Wiedererkennungswert. Die Refrains bohren sich ins Ohr und gehen dem Rezipienten nicht mehr aus dem Kopf! Fazit: Das beachtliche Nachfolgewerk "Brooklyn, I AM" klingt frisch, jeder Song ist ein Treffer! Der Sommer darf also kommen - hier ist der perfekte Soundtrack! Album-VÖ: 06.03.2015 (Photo courtesy of Midsummer Records)