(Deaf Shepherd Records/Indigo) Bereits 25 lange Jahre wird nun feinster Irish Speedfolk von FIDDLERS'S GREEN geboten und die kommen gar nicht aus Irland sondern aus Deutschland. Ist ja im Endeffekt auch piepegal, ob man nun aus Dublin oder Erlangen kommt, solange es sich irisch anhört und das ist hier definitiv der Fall. Unzählige Touren und 12 Studioalben später wird nun das runde Jubiläum mit einem Compilation-Album gefeiert, welches es in sich hat. Ganze 17 Stücke sind enthalten, wovon zwei Stück komplett neu sind und zwei weitere zuvor nur als Live-Aufnahmen vorlagen. 'Take Me Back' ist gleich einer dieser neuen Songs, der sich astrein in die Diskographie einfügt. Neben den typischen Rock-Instrumenten vernimmt man auch sofort die für die irische Musik typischen Geigen. Zum ersten Mal als Studioversion ertönt nun der Live-Gassenhauer 'Rocky Road to Dublin'. Gute Laune ist also garantiert. Die volle Ladung Banjos gibt es mit 'Victor and His Demons' wozu dann je nach Geschmack abgerockt oder getanzt werden darf. 'Yindy' ist auch so ein Klassiker, der hier einfach nicht fehlen darf und 'Old Dun Cow' stellt eindrucksvoll unter Beweis, warum es sich um Speedfolk handelt. Und was ist der Vorteil eines Best-Of-Albums bestehend aus einer so langen Bandgeschichte? Richtig, ein Top-Titel jagt hier den nächsten. In dem Sinne 'Folk's Not Dead'! Mit 'Long Gone' wird dann auch die Balladenfraktion bedient und man möchte schon fast zusammen in den nächsten Irish Pub schunkeln, als 'We Don’t Care' beginnt. Mit eines der rockigsten Stücke der Band, bei dem die irischen Einflüsse nicht so direkt hervorstechen. Als Kontrast sollen wir mit 'Greens and Fellows' erstmal wieder beruhigt werden, welches auch ohne Probleme gelingt. 'A Night in Dublin' verbringen wir doch immer wieder gerne, wenn sie so viel Freude bereitet. 'Never Hide' muss sich genauso wenig verstecken, wie 'Another Spring Song', welcher sehr langsam und bodenständig daherkommt. Eine klassische Gitarrenrock-Ballade, ja auch das ist FIDDLER'S GREEN. Muss man zu 'The Night Pat Murphy Died' noch was sagen? Ich denke nein, also hoch die Gläser und auf ihn trinken und zwar 'A Bottle A Day', welches ein astreines Trinklied ist und gleichzeitig ordentlich auf Gaspedal tritt. Zwar kommt als nächstes 'Bugger Off', aber trotzdem sollte man für die letzten zwei Lieder das Album zu Ende hören. Wo es sich bei 'Burning the Night' doch sogar um das zweite neue Lied handelt und zwar eins mit immensem Ohrwurmpotential. Auch als Studioversion wissen die 'Blarney Roses' zu überzeugen und entlassen uns vergnügt in die Nacht (oder zu welcher Zeit man auch immer dieses Album hören möge). FIDDLERS_GREEN_Pressefoto03_(c)CarstenBunnemannEs gab wohl selten Best-Of-Alben, die eine so gelungene Zusammenstellung von Liedern geboten haben. Hier folgt eigentlich Hit auf Hit und allein die 4 neuen Sachen sollten für den geneigten Fan schon den Kauf rechtfertigen. Wer noch keine Scheibe der Band sein Eigen nennt, findet hier so oder so die ideale Einstiegsdroge. Die ganze Qualität der Band wird einem aber er bei einem Live-Konzert bewusst. Wie gut das FIDDLER'S GREEN gerade quer durch die Republik touren. Und bis dahin gehe ich nun erstmal in den Pub und gönne mir ein Kilkenny. Anspieltipps: 'Folk's Not Dead', 'Rocky Road to Dublin' Album-VÖ: 13.02.2015 (Photo by Carsten Bunnemann)