(earMUSIC/Edel) Eins vorweg - THE RESISTANCE sind wieder so eine Band, wo man leider unter keinen Umständen um extensives Namedropping herum kommt. Zu groß ist der Schatten der auf eine Band geworfen wird, wenn Mitglieder auf allen wichtigen In Flames-Alben für das Songwriting zuständig waren - so wie die beiden Gitarristen Jesper und Christofer. Das Nebenbei noch Marco Aro ex-The Haunted und Chris Barkensjö (Grave) dabei sind, ist da schon fast „nur“ ein i-Tüpfelchen. Aber genug davon. Im Hier und Jetzt und gänzlich ohne auf Nummer sicher zu gehen, dreschen sich THE RESISTANCE durch ein vollkommen trend- und klischeefreies Brett, dass mir ein extrabreites Grinsen ins Gesicht treibt. Beim ersten Durchhören und ohne Berücksichtigung des „Ex-Faktors“ (siehe oben), war mir noch nicht so ganz klar, ob hier eine aktuelle Beatdown-Hardcore Band ihren Sound stark Richtung Thrash-/Deathmetal erweitert hat - oder eben, ob eine Scandinavian-Deathmetal Band etwas intensiver die letzten Terror-Alben gehört hat. Das leicht an Hatebreed angelehnte Bandlogo tut sein übriges, um diesen Eindruck zu bestätigen. Auf "Torture Tactics" sind 10 Songs aufs Band geprügelt, die ganz tief in der guten alten Tradition des Schweden-Deaths verwurzelt sind, versehen mit viel Thrash und 80ties-Crossover-Hardcore. Halt eben eine Mischung aus Grave, The Haunted und vielleicht Agnostic Front zu "Cause for Alarm" - Zeiten. In Flames-mäßige Melodien müssen allerdings draußen bleiben. Gnarzige, brutale Riffs immer schön im D-Zug-Tempo erhalten den Vorzug. Gut so! 'Dying World' gibt uns auf der Hälfte der Laufzeit eine kleine Verschnaufpause, ehe 'Slugger', ein typischer Old-School Death/Thrash - Song die zweite Halbzeit einläutet. resistance-torture-tactics-7442THE RESISTANCE machen keine Gefangenen, auf kommerzielle Zwänge wurde hier nicht geachtet. Marco's Gesang ist mörderbrutal, die Produktion schwedisch durch und durch. Glasklar, aber nicht poliert mit dem typischen Gitarrensound, den man aus dem hohen Norden erwartet. Es war übrigens für die Band zunächst gar nicht so einfach, einen Deal für das Debütalbum "Scars" zu bekommen (erschien 2013 ebenfalls bei earMUSIC). Wer sich also für oben genannte Bands erwärmen kann, der kann hier eigentlich bedenkenlos zuschlagen. Von der vollen Punktzahl bin ich dennoch etwas weg, da unterm Strich zwar gutes Handwerk abgeliefert wird, aber eben auch nicht so viel Neues. Album-VÖ: 27.02.2015 (Photo courtesy of earMUSIC)