(Bridge 9/Soulfood) Dass DEFEATER's Sänger Derek Archambault nicht nur laut und intensiv kann, sondern auch leise und eindringlich, weiß man spätestens seit der "Sleepless Nights" - Hälfte vom zweiten Album "Empty Days & Sleepless Nights". Die 4 Akkustik-Tracks zeigten sein Songwriting von einer Seite, die die meisten Fans seiner Hauptband vermutlich bislang nicht so auf dem Radar hatten. Tatsächlich aber wandelt er schon sehr lange auf entspannteren Pfaden. ALCOA gibt es eigentlich schon seit über 10 Jahren und war für den meisten Teil der Zeit ein reines Solo-Projekt. Erst 2013 gab es was Handfestes in Form der "Bones And Marrow" - Debüt LP. Seit dem ist einiges passiert, er hat geheiratet (Congratulations!) und sich einer Hüft-Operation unterzogen (Get well, soon!). Seine Frau Alyssa ist bei ALCOA mit an Board und die Crowd-Funding-Aktion zur Hüft-OP dürften die meisten von euch mitbekommen haben. Die E.P. "Thank You" war ein Teil davon. Mit "Parlor Tricks" gibt es nun also den neuen Longplayer. Anders als die DEFEATER - Akustik Songs, sind ALCOA musikalisch viel tiefer arrangiert und sie bedienen sich verschiedenster Einflüsse. Irgendwo habe ich etwas von „Alternativ-Country“ gelesen - und das trifft es tatsächlich ganz gut. Aber keine Angst, mit Lagerfeuer-Cowboy Gitarren Banalitäten hat es nichts zu tun. Vielmehr kreieren ALCOA einen grundehrlichen und authentischen Indie-Sound, der durch Instrumente wie Mundharmonika und Pedal Steel Guitar eben einen leichten Country-Touch bekommt. Wer jetzt an Chuck Ragan denkt, dem sei gesagt: Nee, klingt eher anders! Ist eben auch kein Folk-Einfluss mit drin. Alcoa"Parlor Tricks" klingt eher so, als hätte man Arcade Fire für ein Jahr im mittleren Westen der USA ausgesetzt und sie hätten dann von Saloon zu Saloon tingeln müssen. Dabei zeigen die fünf Herren und eine Dame ein gutes Gespür für tolle Melodien und gute Arrangements. Derek ist zwar kein herausragender Sänger, aber er weiß es, gute Songs zu schreiben und seine Stimme richtig einzusetzen. Bei 'Poison Acquaintance' ist auch mal Mrs. Archambault als Sängerin zu hören. Gut gefällt mir auch die Produktion, die sehr schön wiedergibt, wie es wohl klingen würde, wenn ALCOA bei euch im Wohnzimmer spielen. ALCOA ist kein Sound für große Bühnen, aber perfekt fürs hippe Szene-Café um die Ecke - und für zu Hause auf eurem Plattenteller. Album-VÖ: 27.02.2015 (Photo courtesy of Bridge 9)