Seit ich das neue JOHN COFFEY-Album gehört habe, wollte ich die Band unbedingt live sehen. Nachdem ich die Jungs aus Holland ein paar Mal in Köln verpasst hatte, ergab sich die Möglichkeit, nun endlich vergangenen Mittwoch in Dortmund. Aufgrund der Verkehrsverhältnisse, hab ich leider nur den letzten Song der Vorband MECKY MESSER gesehen, kann also nicht wirklich was über dieses Band sagen. Da die Show im Kölner Underground vor ein paar Wochen ausverkauft war, hatte ich mit einem eben solchen Andrang gerechnet und war verwundert, dass im Dortmunder FZW nicht mal 100 Leute am Start waren. Ob das am gleichzeitig stattfindenen Champions League Spiel des BVB lag, sei dahingestellt. Als die fünf Musiker von JOHN COFFEY die Bühne betreten und den ersten Song 'Broke Neck' anstimmen, ist sofort klar, dass es der Band egal ist, ob sie vor 80 oder 500 Leuten spielt - man gibt alles. Vom ersten Moment an. Und ein gutes Dutzend engagierte Fans in der ersten Reihe dankt es ihnen mit frenetischem Applaus und ausgelassenem Mitgröhlen. Mit den Ansagen wechselt man sich ab, versucht aber so gut es geht, das in der Schule gelernte Deutsch einzusetzen, was die Jungs äußerst sympathisch macht. Allen voran macht Sänger David gerne mal einen Ausflug ins Publikum, erklimmt gegen Ende der Show sogar den der Bühne gegenüberliegenden Balkon um den nächsten Song anzukündigen 'this is a song about a lonely man on a balcony'. Kurz hat man das Gefühl, er versucht die Höhe abzuschätzen für einen möglichen Stage Dive, zum Glück überlegt er sich das - wahrscheinlich aufgrund der großen Lücken im Publikum - doch noch mal anders und klettert schließlich wieder nach unten. Es folgt 'Heart Of A Traitor'. Ein Fan, der bereits die komplette Show in der ersten Reihe ausgerastet ist, darf mit auf die Bühne und hier und da mal ins Mikrophon brüllen - JOHN COFFEY geben sich fan-nah, alle sind Teil der Show, man ist sehr darum bemüht, die Barriere zwischen Band und Publikum aufzuheben. Nach weiteren zwei Songs 'Romans' und 'Eagles Chasing Flies' ist der Aufrtitt der fünf Energiebündel aus Holland auch schon wieder vorbei. Ich bin mir nicht ganz sicher, was diese Band so einzigartig macht - denn eines ist klar, JOHN COFFEY erfinden das Rad nicht neu - aber diese Mischung aus Rock, Metal, Hardcore (und allem möglichen anderen) und einem unfassbar tighten Zusammenspiel, gepaart mit einer spitzenmäßigen Bühnenpräsenz und den schönsten Oberlippenbärten, die ich seit Langem gesehen habe, sei jedem leidenschaftlichen Musik- und Konzertfan ans Herz gelegt. Sollten JOHN COFFEY also demnächst in eurer Stadt gastieren - hin da! Setlist John Coffey: Broke Neck Relief Bright Comp Son Featherless Redheads JT Davis All Horses Redrum The Sinking Ship Dirt & Stones The Well Oh, oh, Calamity Jean Trompette (interlude) Heart of a Traitor Romans Eagle Chasing Flies Tourdates John Coffey: 21.03. Lübeck - Treibsand 22.03. Saarbrücken - Kleine Garage 23.03. Frankfurt Am Main - 11er Music Club 24.03. CH-Solothurn - Kofmehl 25.03. München - Backstage Club 26.03. Stuttgart - Club 12 10 27.03. Nürnberg - Zentralcafe (Photo by Jellemollemafotografie)