(earMUSIC / Edel) SCOTT WEILAND, das Enfant terrible der modernen Rockmusik, beglückt sich und uns mit einem neuen Album, welches er mit seiner neugegründeten Backingband THE WILDABOUTS im letzten Jahr aufgenommen hat. Nach erfolgreichen Jahren mit den Stone Temple Pilots, die für ein beruhigendes finanzielles Polster gesorgt haben dürften und zwei Alben mit der All-Star Band Velvet Revolver sowie einigen (teilweise obskuren) Soloausflügen nun also die Neufokussierung. Die Zeiten des Stattfindens im Gossip sollen endgültg vorbei sein und Herr Weiland möchte im gesetzten Alter von fast 50 Lenzen wieder mit Musik die Schlagzeilen beherrschen. Widmen wir uns also seinem neuen Kreativitätschub namens "Blaster", welcher schon am Cover erkennen lässt, wohin die Reise geht. ROCK schreit es uns entgegen und mit objektiver, neugieriger Einstellung wird den 12 Tracks gelauscht. Mit dem Einstiegssong 'Modzilla' dröhnt es gleich mächtig aus den Boxen - tief in den 70ern verwurzelt mit den Mitteln moderner Produktionstechniken aufgepimpt, beherrscht sogleich das Timbre von Frontmann SCOTT WEILAND das Geschehen. Man lässt sich mitreissen und gerät in einen Strudel eines altmodisch klingenden Soundteppichs, der in Zeiten von höher, schneller, weiter (oder lauter, stumpfer, brutaler) einen angenehmen Gegenpart aufbaut, in den man gerne versinkt, wenn man sich auf gute alte Rockmusik einlassen kann. Wenn man z.Zt. hippe Bands wie Royal Blood oder The Rival Sons abfeiert, sollte man auch dem Altmeister SCOTT WEILAND ein Ohr leihen, denn er macht es mit seinen WILDABOUTS nicht wesentlich schlechter, wie das leichtfüßige 'Way She Moves' beweist. 'Hotel Rio' an dritter Stelle von "Blaster" platziert, überrascht hingegen mit poppigem Feeling und toller Hookline. Somit wäre der Beweis, dass die Kreativität von Herrn Weiland trotz massiven Rauschmittelgebrauchs in der Vergangenheit nicht gelitten hat und er in der Lage ist, ein abwechslungs- und facettenreiches Album abzuliefern. 11 der 12 Songs hat er komponiert, einzig die T.Rex Coverversion von '20th Century Boy' hätte man sich sparen können, stört aber auch nicht, da es erstens zum Gesamtkonzept des Albums passt und nicht wie ein Fremdkörper wirkt und zweitens der Song mit viel Respekt und Liebe aufgenommen wurde. scott-weiland-wildabouts-7548Auch ein gewisser 80er Jahre Charme wohnt "Blaster" inne, da der Track 'Blue Eyes' schön nach entspannt, flockigen IndieGitarrenPop tönt. Natürlich darf der Grunge-Einfluss der Anfang 90er ebenso wenig fehlen und wird u.a. mit 'Bleed Out' oder 'Youth Quake' abgefrühstückt. "Blaster" ist ein Füllhorn verschiedener Stile, die SCOTT WEILAND mit seiner Crooner-Stimme versteht zu bündeln und eine perfekte Playlist erstellt, die das Beste der vergangenen Jahrzehnte in die Neuzeit transportiert. Der Rausschmeisser-Song 'Circles' hat eine weitere Überraschung parat und überzeugt mit positiv gestimmten Country-Style, die Slideguitar beherrscht das Geschehen und der Finger des geneigten Zuhörers sollte nach Verklingen der letzten Töne wie von selbst auf die Repeat-Taste drücken, um sich "Blaster" nochmals zu Gemüte zu führen. Es gibt schließlich so viel zu entdecken. Verdiente 5 Blitze für ein Comeback, welches keines ist, ich aber so empfinde! 🙂 Album-VÖ: 27.03.2015 (Photo courtesy of earMUSIC)