Am 26.03.2015 war es soweit, die 25 Jahre Jubiläumstour von FIDDLER'S GREEN verschlug es nach Hannover. Und zwar in den erst im letzten Jahr komplett modernisierten Pavillon. Als Vorband war die Nürnberger Indi-Pop-Punk-Rock-Band (ohne Witz, die Jungs bezeichnen sich so) MYFLINT mit an Bord. Mit gut 1000 Besuchern war es ein komplett ausverkauftes Konzert, womit schon im Vorfeld mit einer guten Stimmung gerechnet werden konnte. MyFlint KonzertfotoAls um 20 Uhr die Jungs von MYFLINT loslegten, war die Halle auch schon sehr gut gefüllt und vor allem noch mehr aufgeheizt. Ich kenne mich jetzt nicht so mit dem Lüftungssystems des Pavillons aus, aber vielleicht lief das nicht so auf Hochtouren. War aber auch gar nicht so schlimm, denn die vorgewärmten Körper konnten so gleich zeigen, was sie können. Denn die Pop-Rock-Kombo (ja ich grenze das Genre für mich mal weiter ein), wusste schnell die Menge zu begeistern. Das lag nicht zuletzt an der guten Interaktion zwischen Band und Publikum. Da wurde viel geredet, geklatscht und mitgesungen. Und das, obwohl die meisten bis vor dem Auftritt die Lieder bestimmt noch gar nicht gekannt haben. Die Stücke waren aber auch allesamt recht eingängig und verbreiteten viel gute Laune. Nach 45 Minuten verließen dann MYFLINT nach einem obligatorischen Foto mit den Fans und viel Applaus die Bühne. Pünktlich wie die Maurer ging es dann um 21 Uhr auch schon mit FIDDLER'S GREEN weiter. Der neue Song 'Take Me Back' sollte sich dabei als der perfekte Opener herausstellen. Im nun proppenvollen Saal bildete sich innerhalb kürzester Zeit schon ein erster Moshpit, an dem die Beteiligten sichtlich Spaß hatten. Wer vor dem Konzert noch nicht getrunken hatte, wurde mit 'A Bottle A Day' freundlich daran erinnert, dieses noch zu tun. Zum Lied 'Donkey Riding' sollte dann eine Gasse gebildet werden. Aber nicht für eine Wall of Folk, sondern weil die Band nun in die Menge kommen wollte. Und zwar um zu beobachten, wie viele Paare ihre Frauen Huckepack nehmen würden, um den Esel zu reiten. So spielten sie also einen kompletten Song unten in der Menge. Eine sehr Fan-nahe und gelungene Aktion. Nun wurden Barhocker geholt und es sollte akustisch werden. Gleich drei Cover von klassischen Folk-Songs wurden auf die Menge losgelassen. Fiddler's Green Konzertfoto 1Da man dies gut als Verschnaufpause nutzen konnte, war es nun Zeit für die 'Rocky Road To Dublin' und damit auch für die Wall of Folk. Welche teilweise aber nur relativ schwachbrüstig zustande kam. Vielleicht waren einfach nur zu viele Leute so angetrunken, dass sie die Regeln nicht ganz so verstanden haben. Machte dem großen Spaß natürlich trotzdem kein Abbruch. Mit 'Down To The Hillside' gab es natürlich auch mal eine Ballade, um die Mischung aus Songs gelungen abzurunden. Auch ein Duell zwischen den Musikern fand Platz in der Show, in dem mit verschiedenen Instrumenten Soli dargeboten wurden. Irgendwann wurde dann auch noch der Bandpraktikant Timo vorgestellt. Dieser kam dann in die Menge um Almosen zu sammeln, damit er sich mindestens ein Taxi zurück ins Hotel leisten konnte. Die Interaktion mit den Fans fand aber auch dort lange noch nicht ihr Ende. So wurden alle Männer dazu aufgefordert, ihr Shirt auszuziehen und es wie einen Propeller über die Köpfe zu schwingen, damit ein bisschen kühlender (und stinkender) Wind entstehen möge. Und solchen Leuten wie FIDDLER’S GREEN kann man eine solche Bitte ja kaum abschlagen. Aber irgendwann musste es ja dann auch 'Folk’s Not Dead' heißen. Womit zumindest der reguläre Konzertteil gebührend zu Ende gehen konnte. Aber nach nicht mal 3 Minuten standen die Mannen auch alle schon wieder versammelt auf der Bühne um mit 'Burning The Night' noch mal so richtig durchzustarten. Mit 'The Night Pat Murphy Died' war es dann tatsächlich auch noch nicht vorbei. Aber dann hieß es wirklich 'Bugger Off' und weg waren die FIDDLER’S. Aber huch, das Licht geht ja immer noch nicht an? Tatsächlich erwartete einen doch noch ein zweiter Block von Zugaben, was begeistert aufgenommen wurde. Und nun hieß es alle Mann hinsetzen und auf Kommando hochspringen, denn es war Zeit für 'Victor And His Demons'. Nun holte sich die Band noch 25 Frauen auf die Bühne, wobei diese dann eine (künstliche) Rose erhalten sollten. So durften 25 glückliche Damen während des nun wirklich letzten Songs, natürlich '25 Blarney Roses', auf der Bühne tanzen. Wer dann noch genügend Energie übrig oder sich an der Bar neue beschafft hatte, konnte am Merchstand noch die ein oder andere Unterschrift oder auch ein Foto mit der Band ergattern. Dieses 2 Stunden und 25 Minuten (!!!) lange Konzert wird auf jeden Fall so schnell niemand der Anwesenden mehr vergessen. Ein Jubiläumskonzert, welches den Namen wirklich mehr als verdient hatte, wurden doch satte 30 Songs aus wirklich allen Schaffensphasen der Jungs gespielt. Man sieht sich sicherlich beim nächsten Mal.