Es ist noch nicht so lange her, da habe ich mich schon einmal mit den AMITY-Jungs zum Gespräch getroffen. Dieses Mal hatte ich, im Rahmen der Tour mit Of Mice & Men, die Ehre mit dem Vocalisten Joel Birch und habe mit ihm, abgesehen von Touren (natürlich), auch über seine Interessen außerhalb der Musik gesprochen und konnte zudem die ein oder andere Neuigkeit zur geplanten neuen Scheibe aus ihm herauskitzeln. Hallo Joel. Legen wir doch gleich einmal mit der Frage los, die auf der Hand liegt: wie läuft die Tour mit Of Mice & Men bisher? Die Tour läuft bisher sehr gut, die Shows machen Spaß und es ist ziemlich cool, dass wir schon wieder hier unterwegs sind. Stimmt, das letzte Mal seid ihr ja im Oktober und November hier unterwegs gewesen. Abgesehen davon wart ihr ja aber nun doch schon relativ oft in Deutschland – hast du ein paar deutsche Wörter aufschnappen können? Oh, bei sowas bin ich ehrlich gesagt ziemlich schlecht. Ich kann jemandem einen guten Morgen wünschen und das war es dann auch schon. (lacht) Na das ist doch aber schon mal ein Anfang. Als ihr das letzte Mal in Deutschland gespielt habt, wart ihr mit Heart In Hand unterwegs. Hast du davon gehört, dass sie sich aufgelöst haben und hast du eine Meinung dazu? Also ich habe davon gehört, ja, aber Gedanken habe ich mir eher nicht weiter darum gemacht. Eigentlich ist es mir relativ egal. Gut, dann lassen wir das mal so stehen. Gab es denn bei euch schon jemals den Punkt, dass ihr als Band gedacht habt, dass es für euch nicht mehr weitergehen kann? Nein, auf keinen Fall. Das stand bei uns noch niemals zur Debatte. Wir touren weiter, bis es aufhört – sozusagen. Bisher hat niemand von uns daran gedacht, dass es vielleicht besser wäre die Band aufzulösen. Das freut mich sehr zu hören. Aber gab es denn schon einmal eine wirklich harte Zeit, die ihr als Band überstehen musstet oder eine Sache an, der ihr schwer zu arbeiten hattet? Nun ja, es gab da einmal so eine Sache, aber die sind wir ja nun los. Vielleicht hast du die Sache mit unserem ehemaligen Bandmitglied mitbekommen. Also das wäre es eigentlich und das haben wir ja überstanden. Abgesehen davon ging es uns als Band eigentlich soweit gut. Ja, das habe ich mitbekommen, aber dann wollen wir da mal lieber nicht weiter drauf eingehen. Es ist ja auch schon eine Weile her seitdem. Erzähl mir doch mal, was abgesehen von der Musik so deine größten Passionen sind. Ich male! Ich male eigentlich ziemlich viel und außerdem beschäftige ich mich mit Graffiti und dem Illustrieren. Ansonsten liebe ich es, zu surfen und zu fotografieren. Was das angeht, mache ich eigentlich ziemlich viel Zeug. (lacht) Sehr kreativ, schön. Wenn du nicht in der Band wärst, hättest du dann einen Job in der kreativen Branche? Das würde ja nahe liegen. Ja, klar auf jeden Fall. Ich würde dann Illustrator sein. Das habe ich auch schon in meiner Zeit vor AMITY gemacht und ja, ich denke, wenn es die Band dann doch irgendwann nicht mehr geben sollte, dann würde ich auch definitiv wieder in diese Richtung zurück gehen. Hört sich sehr gut an. Nun, lustigerweise rede ich jetzt nur mit dir allein, denn beim letzten Mal hatte ich mit Dan und Ahren gesprochen und die beiden gefragt, ob ihr auf Tour irgendwelche 'guilty pleasures' habt und zur der Zeit war deren Anwort, dass ihr viele Videospiele zocken und viel Kaffee trinken würdet, dafür aber keine Alkohol. Hat sich das im Hinblick auf diese Tour wieder geändert? (lacht) Ja. Definitiv. Also Kaffee und Videospiele sind immer noch ein Thema und das Trink-Thema ist nach letzter Nacht auch wieder aktuell. Wir waren gestern Abend hier in der Stadt was trinken, ich weiß nicht wirklich genau wo, aber wir hatten anscheinend alle das ein oder andere Bier zu viel und deswegen sind heute alle ein wenig träge drauf. Na dann habt ihr hoffentlich noch genug Energiereserven für heute Abend. Gibt es eigentlich eine Tour, die dir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist? Das ist wirklich schwer zu sagen, aber so auf Anhieb habe ich da leider keine Antwort. Wir sind ja auch eigentlich ständig auf Tour, von daher ist es da gar nicht so leicht, sich für eine zu entscheiden bzw. ist es auch manchmal immer der gleiche Ablauf und man macht eigentlich auf jeder Tour das Gleiche, spielt sein Set jeden Abend und das war es dann eigentlich auch schon. Irgendwie nicht besonderes. Aber gibt es denn konkret eine Band, mit der du bzw. ihr sehr gerne auf Tour gewesen seid? Als wir auf der Warped Tour gespielt haben, da habe ich mir jeden Tag das Set von Defeater angesehen und von daher würde ich mich da für die Jungs entscheiden. Ach ja, Architects natürlich auch! Super Auswahl! Ich nehme mal an, dass deine Antwort bei der nächsten Frage ähnlich ausfallen wird. Also, wenn ihr quasi eure größte Tour planen müsstet oder generell alles so entscheiden könntet, wie ihr gerade Lust habt, wen würdet ihr mit auf die Tour nehmen? (lacht) Architects, immer wieder. Und dann noch The Ghost Inside. Non-Stop. Und Defeater, damit ich mir die jeden Abend anhören kann. Und Modern Life Is War, damit ich mir die auch jeden Abend ansehen kann. Das passt. Also bei der Tour wäre ich definitiv dabei. Wie stehst du eigentlich dazu, dass man mit nur einem Album ein Konzert spielt, also bei sowas wie dem 10. Geburtstag des Albums - oder sogar eine komplette Tour mit nur einem Album spielt, so wie es manche Bands gerade machen, bzw. im letzten Jahr schon öfter gemacht haben. Würde sowas für euch in Frage kommen? Da gibt es von mir absolut ein nein. Also ich könnte das nicht machen. Ich meine, man ist von manchen Songs einfach irgendwann genervt, jedenfalls geht es mir so und man schreibt mit der Zeit einfach viel bessere Sachen die man spielen kann. Nehmen wir mal unser Album "Youngbloods", das haben wir ungefähr für fünf Jahre von vorne bis hinten gespielt – da kann man die Songs irgendwann einfach nicht mehr hören und hat somit auch keinen Elan mehr, sie zu spielen. Auf der Tour sind wir ja auch nur Support und in unserer Setlist gibt es nur neuere Sachen, keinen Song von "Youngbloods". (lacht) Gut, das ist natürlich verständlich. Dann nehme ich mal an, dass es auch schon feste Pläne für ein kommendes Album gibt, damit es nicht langweilig wird? Ja, die gibt es auf jeden Fall. Kannst du dahingehend schon mehr verraten? Arbeitet ihr speziell mit jemandem zusammen und gibt es eventuell ein Featuring auf der kommenden Platte? Wir werden wieder mit Will Putney arbeiten, weil es bei der letzten Zusammenarbeit einfach schon so sehr gut gepasst hat und ansonsten werden nur wir auf der Platte zu hören sein. Wenn ich aber jemanden auf unserem Album als Gastsänger haben wollten würde, dann würde ich mich für Sam Carter von Architects entscheiden. Wunderbar. Dann danke für deine Zeit, trotz des Hangovers. Magst du zum Schluss noch etwas loswerden? Vielleicht beim nächsten Mal. Jetzt werde ich mich erstmal noch ein wenig auskurieren. (lacht) (Photo courtesy of Roadrunner Records)