(Svart Records/Cargo) 20 Jahre nach dem Release des Debütalbums "Zoroaster", 10 Jahre nach dem gottgleichen "III" erbarmen sich ACID KING und reichen den darbenden Fans endlich Album #4. Ich will es nicht beschönigen, ACID KING sind das, was man gemein unter einem "One-Trick-Pony" versteht. Ein Sound. Entweder man liebt ihn, oder eben nicht. Weiterentwicklung findet äußerst behutsam statt. Es geht eher darum, die bestehende Formel zu perfektionieren, als sie zu verändern. Soll mir recht sein. Denn ich stehe auf den Sound der Band. Irrsinnig heavy, aber dabei immer vollkommen relaxed und mit einer sonderbar positiven Atmosphäre. Vollkommen eigenständig und authentisch. Musik um in der Natur zu sein. Auf "III" sind ACID KING meines Erachtens der Perfektion ihres Sounds schon sehr nahe gekommen und besonders 'Two Wheel Nation' ist natürlich ein absoluter Hit. Kann "Middle Of Nowhere, Center Of Everywhere", das erste Album für Svart übrigens, das Niveau halten?   Los geht es erstmal gewohnt entspannt mit einem groovigen Intro, bevor mit 'Silent Pictures' der erste echte Song des Albums startet. Grandioses Riffing, viel Jam-Feeling. Die Drums stampfen, der Bass pumpt und lässt den Boden beben, fuzzy Gitarren riffen was das Zeug hält und dazu klingen Loris sirenenartige Vocals. Das Tempo natürlich äußerst gemächlich, der Sound dafür um so massiver. 'Coming Down From Outer Space' ist für ACID KING-Verhältnisse ein wahrhafter Geschwindigkeitsrausch, bevor mit 'Laser Headlights' wieder ein ordentliches Pfund Groove nachgelegt wird. Auch hier ist das Drumming von Joey Osbourne hervorzuheben. Bei aller Langsamkeit fegt der Mann über die Kessel und haut die Fills raus ohne Ende. Virtuos. 'Red River' zieht die Handbremse nochmal eine Stufe fester an (da bewegt sich nix mehr!) und ist in Sachen Feeling mein Favorit des Albums. 'Infinite Skies' klingt stark nach dem Material von "III". 'Center Of Everywhere' glänzt mit trippigen Gesangseffekten und Sounds (also noch trippiger als ohnehin), bevor das Outro dann wieder das Riffing des Intros aufgreift. 150412-acidking-by-svartrecordsHervorzuheben ist neben den erstklassigen Songs die grandiose Produktion. Aufgenommen im Tiny Telephone und Sharkbite Studio im heimischen San Francisco und von Billy Anderson mit einem wunderbaren live-artigen Sound versehen. Alles klingt wunderbar organisch und unpoliert, sehr räumlich, trotzdem klar und mit der nötigen Transparenz und Fülle. Da strahlen selbst die Promo-MP3s, ich freue mich allerdings jetzt schon auf die ersten Durchläufe des Vinyls. Minimal vielschichtiger als auf "III". So klingen ACID KING im Jahr 2015. Reicht für mich vollkommen aus. "Middle Of Nowhere, Center Of Everywhere" ist wunderbar eigenständige Heavy-Musik, perfekt komponiert, gespielt und produziert. Da kann es nur volle Punktzahl geben. Album-VÖ: 17.04.2015 (Photo courtesy of Svart Records)