(Relapse Records) „Hä? Wieso ZOMBI? Die heissen doch Goblin.“ So in etwa meine erste Reaktion, als die Promo zu "The Zombi Anthology" bei mir aufschlug. Kurze Recherche ergab: ZOMBI sind nicht Goblin, sondern ein Duo aus Pittsburgh, das seit ca. 2000 unterwegs ist. Trotzdem spielen Goblin auch bei ZOMBI eine große Rolle. Wie auch die alten Carpenter-Soundtracks. Die Herren Frizzi und Morricone auch. Und natürlich die Filme von Argento, Fulci und Romero. Soll heissen: ZOMBI bieten auf "The Zombi-Anthology" reichlich auf "retro" getrimmte Synthie-Akrobatik, weniger in Richtung "Song", sondern eher als Soundtrack zu einem imaginären Film gedacht. In dem Untote vorkommen. Keine Vocals, keine Samples, dafür sägende und wabernde 8-Bit Klänge und Drums mit Tomläufen, dass selbst die Flippers neidisch werden könnten. Das Ergebnis ist leider nicht wirklich überragend. Die einzelnen Sequenzen (es sind ja keine Songs im eigentlichen Sinne) entwickeln leider nicht die Intensität und nötige atmosphärische Dichte, um mich zu fesseln. Die Sounds sind teilweise interessant, werden allerdings überstrapaziert. Und: vor 10 Jahren (also als die erste der hier versammelten EPs erschien) mag das Ganze ja noch den Bonus des Obskuren und Exotischen gehabt haben. Mittlerweile sind allerdings Bands und Projekte in Hülle und Fülle vorhanden, die den gleichen Boden beackern. Und dies mitunter deutlich mitreissender. zombi-by-dave-cerminaraImmerhin kann man feststellen, dass die Stücke zum Ende der Sammlung hin stärker werden. Soundtrack-Fetischisten und Zombiefans könnten auch durchaus gefallen an "The Zombi Anthology" finden. Trotzdem sind mehr als 3,5 Punkte leider nicht drin (und die auch nur, dank der stärkeren zweiten Hälfte der Sammlung). Album-VÖ: 21.04.2015 (Photo by Dave Cerminara)