(Noizgate Records) Es ist mir absolut scheißegal (man verzeihe mir die Ausdrucksweise), ob diese EP nur ein kurzer Zwischenschritt auf dem Weg von FIVE FEET HIGH AND RISING sein soll, wie Schlagzeuger Felix in der Presseinfo selbst behauptet. Vergessen wir ganz getrost, was gewesen ist (auch wenn das alles schon reichlich gut war), ignorieren wir, was da möglicherweise kommen mag: "Wastelands" ist ein Knüller, und es erfreut mich in höchstem Maße, mitzuerleben, wie aus einer ungestümen Jungband mit jeder Menge Ambitionen mittlerweile eine „erwachsene“ Band geworden ist, die ganz genau weiß, was sie will, die ihre Stärken kennt und gnadenlos ausreizt, die absolut Bock hat, die keine Angst kennt, und die auch mittlerweile keine Scheuklappen mehr trägt. Wir sprechen hier von gerade einmal 5 Songs, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Diese fünf Songs zeugen davon, was für gewaltige Schritte die Band in den letzten Monaten gemacht hat. Wir wollen hier nur am Rande auf den Brachialsound eingehen, der einem hier um die Ohren weht, der keine Wünsche unerfüllt lässt. Sattes Schlagzeug, solides Bassfundament, aber immer noch genug Platz für Gesang und Gitarren. Herrlich transparent, steril, aber nicht tot. Brutal. Viel interessanter ist das Songwriting, das zwar weiterhin das klare Siegel von FIVE FEET HIGH AND RISING trägt, aber ganz deutlich melodischer geworden ist, viel mehr Platz für Harmonien lässt, den Cleangesang noch weiter in den Vordergrund rückt und damit den Screams und Growls von Frontmann Nils noch mehr Wumms verleiht. 5fhar_promo_courtesy_of-Noizgate_RecordsInhaltlich handelt es sich hier (man höre und staune) um ein Konzeptalbum, das sich mit fünf realen Fällen von Leuten befasst, die an den Herausforderungen des Alltags zerbrechen. Auf "Wastelands" wird also nicht einmal im Bereich Lyrics etwas dem Zufall überlassen. Erfindet die Band mit dieser EP ein Genre neu? Nein, soweit wollen wir nicht gehen. Aber die Band erfindet sich selbst quasi neu. Hier wurde an den richtigen Stellen von altbewährtem abgewichen, man traut sich viel mehr als noch auf den ersten beiden Releases. Und verdammt noch mal, das passt alles unglaublich gut zusammen. Ganz heißes Teil für alle, die modernem Post/Metalcore offen gegenüber sind, für mich sowohl begeisternd gut wie auch ehrlich gesagt nicht so unfassbar gut erwartet, obwohl ich schon enorm hohe Erwartungen an den Nachfolger hatte. Verliebt in "Wastelands" verschießt der Metalcore-Amor alle Blitze, die er zur Verfügung hat und würde gerne noch einen Sympathie-Blitz hinterher schicken! VÖ-Datum: 27.03.2015 (Photo courtesy of Noizgate Records)