(Relapse Records) Für nicht wenige ist "Leprosy" die stärkste Death-Scheibe. Nicht mehr ganz so ungestüm, wie noch auf dem Debüt, blitzte hier bereits die technische Finesse von Chuck auf, gekleidet in rohen, eiterverkrusteten Death-Metal. Ein Jahrhundertwerk. Kein Wunder also, dass GRUESOME "Leprosy" als Hauptinspiration sehen und mit "Savage Land" eine wunderbare Homage erschaffen haben. Die Riffs, die Songstrukturen, die Arrangements, selbst die herrlich authentisch klingende Produktion. Oldschool Death Metal durch und durch, bis auf das Tüpfelchen auf dem i. Stets brutal und roh, dabei nie primitiv, aber trotzdem fern des maschinengleichen Gefrickels, das uns heute gern als technischer Death Metal verkauft wird. Dass viel Liebe zur Materie in "Savage Land" steckt, ist also offensichtlich. Kein Wunder: Sänger und Gitarrist Matt Harvey war nicht nur bei Exhumed am Start, sondern auch an der "Death To All"-Tour beteiligt. Drummer Gus Rios schwang schon für Malevolent Creation die Drumsticks. Zu 'Closed Casket' (Hammer Anspielung) steuerte zudem Altmeister James Murphy ein Gitarrensolo bei. 100% Fachpersonal also. Und das hört man natürlich. Der Titelsong ist ein Smasher ohne Ende, 'Gangrene' glänzt mit grandiosen Leads, beim abschließenden 'Gruesome' scheint Chuck dann endgültig als Wiedergänger auf Erden zu wandeln. gruesome-by-NiuvisMartin-150422Der halbe Punkt Abzug ist reine Vorsichtsmaßnahme, da das Jahr ja noch nicht mal halb rum ist und wer weiss schon, was da noch kommt. Bis dahin ist GRUESOME's "Savage Land" allerdings mein Death-Metal-Highlight 2015. Album-VÖ: 21.04.2015 (Photo by Niuvis Martin)