(I.P. Verlag) Ich bin definitiv kein guter Leser, das sollte an der Kluft zwischen dem Erscheinungsdatum des Buches und dieser Rezi eindeutig abzulesen sein. Ich bin des Lesens aber definitiv mächtig, sonst könnte ich ja auch nicht schreiben, haha und lese auch gerne. Aber den (eigenen) Anspruch auf pünktliches Erscheinen der Rezension und das persönliche Zeitmanagament zu verbinden, war wieder schlicht unmöglich. Dafür ein "Sorry"! Aber vielleicht kann ich mit diesen Zeilen ja doch noch jemanden auf das erschienene Druckwerk lenken. "Roots, Karma, Chaos" behandelt, wie der Titel schon sagt, die Geschichte von Sepultura und Soulfly. Zwei Giganten des Metal, die Max Cavalera maßgeblich gegründet/geformt hat. Und macht natürlich sofort neugierig, denn man will ja auch wissen, was damals so genau abging, bei dem Zerwürfnis der Brüder und dem Ausstieg von Max bei Sepultura. Und um mal vorweg zu greifen. Das erfährt man nach Lektüre des Buches auch nicht detaillierter, als man es eh schon aus der Metal-Presse mitbekommen hatte. Und die anderen Seiten werden natürlich auch nicht beleuchtet, ist ja schließlich Maxes Buch. A propos beleuchtet. Die Aufmachung des Buches grenzt an schrille Geschmacksverirrung. Augenkrebs! Verblendung! Warum hat man sich da nicht am schlicht stylishen, englischsprachigen Pendant orientiert? Okay, Max mag Reggae, aber bitte... Der geneigte Fan nicht zwangsläufig. Und dann kommt das Werk auch leider als Paperback und nicht gebunden, wie im Falle Ministry, die ja auch unter dem Banner I.P. abgeliefert haben. Aber gucken wir mal ins Buch: Dave Grohl verbeugt sich in Schriftform in der Einleitung, Max nimmt das spürbar gern an und berichtet seine Geschichte ab Kindesbeinen an über den Tod seines Vaters und die damit verbundenen Nachwirkungen, die Anfänge der Band, den anwachsenden Erfolg, den Tod des Stiefsohns, die Probleme in der Band, das Zerwürfnis bis zur Aussöhnung mit Bruder Iggor bei Cavalera Conspiracy undundund. Nailbomb werden behandelt, Killer Be Killed leider nur spärlichst, fehlen auch in der Diskographie. Somit ist das Buch scheinbar schon etwas älter. Max bügelt keinem vor Zorn die Frisur, alles ist recht neutral gehalten, nur Basser Paulo bekommt etwas sein Fett weg. Wer wissen will, warum, sollte sich das kurzweilige Vergnügen dieses Buches geben. 223 Seiten, aber mit so großen Lettern, dass es keine Lesebrille braucht, aber immer noch so klein, dass ich es trotzdem nicht geschafft habe, pünktlich abzuliefern. Joel McIver, Autor von mehr als 25 Büchern, hat Max beim Schreiben unter die Arme gegriffen, nur leider merke ich das nicht durchgängig. Einiges wurde mir zu hölzern getextet, auch die Texte der Wegbegleiter, die das Buch durchziehen, sind mir zu sehr gesprochen als geschrieben. Kann aber auch an der Übersetzung liegen. Und man weiß beim Seitenwechsel oft nicht, wer denn hier schreibt, hätte man farblich abtrennen können, mit Fettdruck, kursiv, was weiß denn ich?! Hier hätte man mehr Augenmerk drauf legen können. Das Buch flutscht aber gut durch, wenn man denn mal die Zeit dafür gefunden hat. Für Fans, Komplettisten und alle die, die auch Kinderfotos (es gibt zwei Einschübe mit einigen Seiten Fotos) ihres Idols sehen wollen. Buch-VÖ: 27.02.2015