(CoMa Tone Records/ Soulfood) Die fünf Todesmetaller von HACKNEYED aus Abtsgmünd melden sich mit ihrem vierten Album zurück. Das neue Werk trägt den Namen "Inhabitants Of Carcosa" und orientiert sich an der gleichnamigen Kurzgeschichte des amerikanischen Autors Ambrose Bierce. Dieser gilt neben Edgar Allan Poe und H.P. Lovecraft als Erfinder der modernen Horrorliteratur. Während die eben Genannten moderne Literatur für ihre Epohe geschaffen haben, steht der Name HACKNEYED für modernen Death Metal. 'The Flaw Of Flesh' beginnt ruhig, wabernd. Langsam baut sich die Spannung auf und entlädt sich mit einem tiefer werdenden Basston. Dann wird der Hörer in die Welt Carcosas eingelassen und das musikalische Schlachten beginnt. Gänsehaut-Feeling pur! Diesen Übergang könnte ich in Endlosschleife hören. Phil Mazals martialische Growls klingen aufgrund des hinterlegten Halls extrem böse. Auch der Rest vom Schützenfest kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Mit dem Opener 'The Flaw Of Flesh' hauen HACKNEYED auf jeden Fall eine richtige Granate raus. Gerade der Refrain brennt sich fest und bleibt einige Zeit im Kopf. 'God's Own Creation' beginnt mit einer mächtigen Portion Black Metal. Drummer Tim Cox lässt die Schießbude ordentlich glühen. Nach ca. 30 Sekunden nimmt die Band das Tempo etwas aus dem Song. Das änfängliche musikalische Chaos geht über in einen enorm mitreißenden, stampfenden Groove und auch Phils Stimme wechselt von kehligen Screams zu tiefen Growls. 'Now I Become Death' überrascht mit seinen trashigen Einflüssen. Während der Beginn von 'Re-Animator' recht leicht und sehnsüchtig klingt, wird diese nach kurzer Zeit von typischen Death Metal-Riffs und Double-Bass Parts verdrängt. Der eingängige Refrain nimmt den ersten Teil des Songs wieder auf. 'Ashfall' hat wieder mehr Dampf und erinnert in manchen Abschnitten an Amon Amarth und Gojira. Genau dieser Vergleich mit zwei doch recht unterschiedlichen Bands zeigt die Variabilität, die HACKNEYED innerhalb ihrer Songs an den Tag legen. 'In Carcosa (The Yellow King)' ist eher ein Death Metal-Song der älteren Schule. Headbanger sollten hier auf ihre Kosten kommen. Der Refrain von 'Years In The Dark' mutet durch den hintergründigen, choralen Gesang zunächst fremdartig an. Jedoch passt er zu der düsteren Grundstimmung des Songs. 'Death Toll' hingegegen pflügt sich im Mid-Tempo durch die Boxen. Diese Gelegenheit nimmt sich Produzent Nikita Kamprad (Der Weg einer Freiheit) zum Anlass, die Jungs von HACKNEYED auch gesanglich zu unterstützen. 'Klown' macht den Sack zu. Ein schön derber Song und ein gelungener Abschluss eines rundum guten Albums. Hackneyed-InhabitantsOfCarcosa-Bandbild (CD)_main1HACKNEYED schaffen mit "Inhabitants Of Carcosa" ein todesbleiernes Kaleidoskop. Hierbei bewegt sich die Band musikalisch immer wieder an den Genregrenzen des Death Metals ohne diesen jemals komplett zu verlassen. Dadurch schaffen HACKNEYED eine sehr modernes Werk, was gerade bei Tradionalisten eher ein Kopfschütteln entlocken dürfte. Allen anderen kann ich nur empfehlen, einen Blick nach Carcosa zu werfen! HACKNEYED (Besetzung): Phil Mazal – Vocals Devin Cox – Guitar Philipp Fink – Guitar Fabian Fink – Bass Tim Cox – Drums Album-VÖ: 15.05.2015 (Photo-Courtesy of CoMa Tone Records)