(Rise Records) Liebe Musikgemeinde, SILVERSTEIN schreiben 15 Jahre Bandgeschichte und feiern dies mit ihrem siebten Album, ''I Am Alive In Everything I Touch''. Vergleichend zum Vorgänger wirkt die neue Platte in ihrer Gesamtheit sehr viel melodischer, ist gleichzeitig härter, sehr viel stimmiger und trägt seine Zuhörer aus einer Kombination von emotionsvollen Screams und eingängigen Refrains durch das Album. Hinter dem Album steht hierbei das Konzept, dass jeweils drei Songs ein Kapitel bilden und jeder Song spielt sozusagen in einer bestimmten Stadt. Die Kapitel spielen auf die vier der Anemoi an - Götter des Windes aus der griechischen Mythologie. So teilt sich das Album als wie folgt: 'Borealis' (Norden), 'Austeralis' (Süden), 'Zephyrus' (Westen) und 'Eurus' (Osten). Wenn das mal nicht ausgefuchst ist! Los geht die Reise mit einem instrumentalen Einspieler in 'Toronto (Abridged)', der im eigentlichen Opener und der ersten Albumauskopplung 'A Midwestern State Of Emergency' mündet. Der Track trägt mehr als eindeutig die Handschrift der Band, welche sich auch wieder durch dieses Album zieht – überzeugende Screams, ein Refrain, der im Ohr bleibt und zum Mitsingen anregt und das alles gepaart mit einem ordentlichen Paket an Riffs. Im Verlauf des Albums wird oft immer wieder deutlich, dass Gitarrenarbeit auf dieser Platte anscheinend groß geschrieben wurde, denn man hört, wie ich finde, einige der besten Riffs, die es jemals auf einer Platte von SILVERSTEIN zu hören gab. Besonders hervorzuheben sind in dieser Abteilung 'Je Me Souviens' und 'Buried At Sea'. Sänger Shane Told überzeugt ebenfalls wieder mit seinen Vocals, hat keine Probleme beim schnellen Wechsel zwischen kehligem Schrei und dem Singen einer klaren Harmonie. Ebenso werden von ihm und seinen Mannen in Gestalt des Stücks 'Late On 6th' in der Mitte des Albums auch wieder etwas ruhige Töne angeschlagen, die uns eine Verschnaufpause von der vorhergehenden Gangart der anderen Songs geben. Mit 'Milestone' geht die Reise jedoch gleich wieder in schnellem Tempo, mit treibenden Drums und Gitarrenriffs, weiter. Bis hin zum Ende des Albums zieht sich der Sound zumeist stetig und wird nur durch das musikalisch schon fast etwas zu fröhlich klingende 'Desert Nights' etwas aufgeweicht. Enden tut die Reise letztendlich dort, wo sie begonnen hat: mit der schönen Ballade 'Toronto (Unabridged)'. SILVERSTEIN (Photo by David Pike)Böse Zungen mögen nun behaupten, dass die Band das Rad nicht neu erfunden habe, jedoch finde ich, dass das auch überhaupt nicht sein muss, denn ''I Am Alive In Everything I Touch'' erfüllt alles, was man sich von einem neuen SILVERSTEIN Album wünschen kann und überzeugt mit einem tollen Gesamtpaket! Album-VÖ: 15.05.2015 (Photo by David Pike)