(Kobalt Music) Vor zwölf Jahren gaben wir ihnen mit Freuden die "Permission To Land", ein Ereignis, welches wir mit einem breiten Grinsen über einen längeren Zeitraum zelebrierten. Nach Besetzungswechseln und Bandpause wird nun langsam klar, dass die Briten von THE DARKNESS immer noch unter uns wandeln und dies mit ihrem vierten Studioalbum "Last Of Our Kind" ein weiteres Mal deutlich machen wollen. Doch was kann uns erwarten, bei einer Band, die mit einem fulminanten Debütalbum die Erwartungshaltung ungeheuer hoch steckte und dann ein wenig in der Versenkung verschwand? Hier der Versuch, diesbezüglich Erleuchtung zu verschaffen. Unheilvolle Klänge in Form von Sturmböen und der rauhen See leiten 'Barbarian' ein, begleitet von einem Monolog eines alten Kriegers, so wie auch der ein oder andere Manowar-Song hätte klingen können. So spielen THE DARKNESS sofort mit Klischees des Rock und legen los mit einem grimmigen Riff, welches aber schnell in harmonischen Strophen mündet, um dann wieder 'Barbarian' zu rufen, bevor Justin Hawkins seine hochhöheramhöchsten-Kopfstimme in allen Variationen erklingen lässt. . . THE DARKNESS sind wieder da! 'Open Fire' ist als klassischer Hardrock anzusehen, Midtempo-Nummer, alle können mal zwei Worte im Refrain mitsingen, Solo und gut. Der Titeltrack 'Last Of Our Kind' schaltet dann auf einmal ein paar Gänge hoch, angefangen mit wiederkehrenden akustischen Klängen, eingängigem Gesang und stampfendem Singalong-Refrain samt Kopfstimme, hervorragend! Nachdem der Motor nun richtig angeworfen ist und Lust auf mehr erzeugt wurde, kommt das groovige 'Roaring Waters' vorbei, verläuft dann aber doch irgendwie akzentlos im Sande. Naja, dann halt neuer Versuch bei 'Wheels Of The Machine', eine nett vorgetragene Rockballade, dennoch wird man sich wohl auch an dieses Werk in ein paar Jahren nicht mehr erinnern, schade. 'Mighty Wings' fliegt spacig samt Synthies herein und wird mit etwas fetteren Metalriffs verfeinert, der Chorus hebt dann aber instrumental, sowie gesanglich in Sphären ab, die die menschlichen Gehörgänge nicht sofort verstehen wollen. Langsam beginnt sich der Verdacht zu bestätigen, dass die Leichtigkeit des Songwritings nach damaligem Kickstart etwas verloren ging. Noch vier Songs übrig. Den Anfang macht 'Mudslide', etwas geradliniger, etwas verspielter, wieder etwas besser. Als nächstes tragen uns zuckersüße Mandolinen 'Sarah O Sarah' in die Ohren, angenehmer Song, den man mit leicht schmunzelnden Mundwinkeln hören darf. Locker bleibt es jetzt auch bei 'Hammer And Tons', Musik und Gesangslinien wirken hier kein bisschen verkopft, so dass ein stimmiger Sound entsteht. Als Rausschmeißer wartet noch 'Conquerers'. Hier werden wir nicht rausgeschmissen, sondern eher nett nach draußen zum Taxi begleitet, da erst alles auf großen Abschluss hindeutet, dann aber eher gefällig bleibt. The Darkness - Press session 2015So bleibt zu sagen, dass ich mich sehr auf dieses Album freute, der Fluch des Debutalbums doch immer noch über THE DARKNESS hängt, weil sich an jenem "Meilenstein" des Genres leider immer gemessen werden muss. Der vierte Versuch der Briten hat seine Höhen und Tiefen, fängt sich gegen Ende wieder und ich bin gespannt, ob das Album beim mehrmaligen Durchlauf qualitativ wächst. Somit wird "Last Of Our Kind" nicht aussterben, aber vielleicht ist es Zeit musikalisch weiterzuziehen. Vielleicht heißt es dann ja wieder: Permission To Land! Album-VÖ: 29.05.2015 (Photo by Scarlet Page)