(Swellcreek Records) Als ich von Zosse gefragt wurde, ob ich für das Debut-Album "Only To Call It Home" von COYOTES die Rezension übernehmen würde, habe ich mir vorerst nicht viel dabei gedacht. Der beschriebene neumodische Hardcoresound und die Recommended-if-you-like-Bands wie While She Sleeps oder Underoath schienen zu meinem Stil zu passen. Danach fiel mir auf, dass ich den Jungs aus Wuppertal sogar bereits ein Gefällt-mir bei Facebook gegeben habe...welch' Ehre! Dabei sind jegliche News an mir vorbeigegangen, danke liebes Netzwerk! Ein wirkliches Dankeschön geht hierbei raus an Zosse, ohne den ich diese Perle niemals entdeckt hätte! Denn ich war vom ersten Moment an geflashet. 'In Brightest Black' dauert glücklicherweise länger als das typische maximal einmütige Intro und hat zudem auch einen Bezug zum folgenden Song 'And Darkest White', welcher mit energetischen Shouts und Riffs glänzt, während man hier besonders auch den Underoath-Sound heraushört. 'Where is your hope now? Did you lose it on your way down? Will you find it back where you go?' liefert dann den zweiten geilen Übergang in das powerchord- und schlagzeuggetriebene 'We Seek Ourselves'. Der konsistente Albumfluss zeigt, dass die fünf Freunde ihr Herzblut in das Songwriting gesteckt haben. Das lange Outro gibt kurz Zeit zum Verschnaufen. Bei 'Afraid To Find' muss ich dann jedoch die Augen wieder weit aufreißen, denn mit dem Akustik-Gedudel hatte ich nun beim besten Willen nicht gerechnet. Oh mein Gott, wie erfrischend das eigentlich doch ist! Man merkt, die Jungs sind in sich gegangen und haben sich in der Tat 'entdeckt'. Während es bei 'A Starving Man' mit chaotischen Riffs à la Every Time I Die und energischem Drumming zurück zu alter Aggression geht, darf auch hier der chorale Gesang, der bisher fast in jedem Song präsent war und auch sein wird, nicht fehlen. Das schnelle und prägnante 'Out There' mutiert locker bei jedem Hören mehr und mehr zum Fanfavoriten. Die Lyrics 'We face only ourselves...we are the battle' regen genauso zum Nachdenken an wie 'We walk out of this light, hand our hearts to the night' in 'Alone', wobei letztere in einer Art und Weise vorgetragen werden, wie ich sie meinem Kind zum Schlafengehen vorsingen würde, verrückt. In 'Who Needs A Light' wird es dann erneut chaotisch, was wieder sehr erfrischend ist. Die beiden abschließenden Tracks 'Only To Call It' und 'Home' sind mit Hilfe des fließenden Übergangs perfekt aufeinander abgestimmt. Letzteres wirkt mit dem balladeartigen Sechsachteltakt, der hohen Klavierbegleitung und dem Kinderchor so unglaublich filigran und emotional...und zeigt, dass es nicht immer mitten in die Fresse sein muss. coyotes_fotosDanach denke ich nur eins: Alter Schwede, erfahren die jüngsten Newcomer aus Deutschland doch gegenwärtig einen Aufwind. Was dabei an Output herauskommt, ist ja mal Bombe hoch zwanzig. COYOTES haben einen großen Anteil daran und es ist bedauerlich, dass dieses Release wegen des Bekanntheitsgrads wohl doch nur die wenigsten zu hören kriegen werden. COYOTES produzierten mit ihrem ausgefeilten Songwriting keine Ohrwürmer, sondern ein in sich schlüssiges Debüt-Album mit großem Wiedererkennungswert und Replay-Value, indem man ständig neue Elemente zwischen Gut und Böse entdeckt. Der raue und ehrliche Gesang geht unter die Haut und erinnert zusammen mit einer häufigen Klavierbegeitung stellenweise sogar an die Alchemy Index-Teile 3 (Air) und 4 (Earth) von Thrice. Sänger Bobby sprach in der 52. Fuze-Ausgabe an, dass die Band für alle Mitglieder die zentralste Sache in ihrem Leben sei. Einige der wenigen Bands, denen ich das abkaufe... Album-VÖ: 12.06.2015 (photo courtesy of Swellcreek Records)