(Fret 12 Records) TREMONTI. Klingelt's schon? Genau, ich weiß, dass der Name dir was sagt! Richtig, das ist doch der Gitarrist von Creed ('My Own Prison', 'Higher' und 'My Sacrifice') und Alter Bridge. Es ist wichtig, das gleich zu Anfang klarzustellen. Denn Fans der beiden vorgenannten Bands werden, wenn sie etwa mehr Härte vertragen, die neue Scheibe von Mark TREMONTI mögen. TREMONTI brachte 2012 sein Solo-Debüt auf den Markt, "All I Was" hieß das gute Stück. Man realisierte schnell das TREMONTI bandtechnisch wohl nicht ausgelastet war. Auch war die Härte der Songs im Großen und Ganzen über dem, was das Fan-Ohr so gewohnt war. Da braucht jemand ein Ventil. Man ahnte das bei Creed vielleicht noch nicht so, aber bei Alter Bridge dann schon eher, dass in TREMONTI ein Metalhead steckt. Was bringt uns also sein neues Solo-Album "Cauterize"? Auf welchem übrigens kein Geringerer als der Sohn von Eddie Van Halen, Wolfgang, Bass spielt. Also rein mit "Cauterize" in den Player. BAM. Da ballert's aber direkt Metal-mäßig beim Opener 'Radical Change' gewaltig. Der Name scheint Programm! Nach Stadionrock klingt hier so gar nichts. Der kommt ansatzweise im Refrain, aber auch nur kurz, bevor es wieder zu einem treibenden, klassischen Metalriff zurück geht. Das macht Laune! TREMONTI's Gesang hat sich auch deutlich weiterentwickelt, er klingt nun nicht mehr wie ein Gitarrist, der sonst nur 2.Stimme bei Alter Bridge singt, sondern wie der eigenständige Sänger einer Band. Gefällt mir gut! Diese Linie setzt sich bei Songs wie 'Cauterize' und 'Arm Yourself' fort. Gib ihm! Pedal to the Metal! 'Dark Trip' und 'Fall Again' klingen schwer nach Alter Bridge, epischer Rock. Schwer und weit tönt es aus den Boxen. Nun kommen meine beiden Favoriten der Platte, nämlich das unglaublich wahnsinnig groovende 'Tie The Noose' mit einem Riff, bei dem ich nicht mehr aufhören konnte zu nicken. Gott, macht das Laune. Das sollten sie in jede RockGitarrenSchule packen und den Klampfen-Padawanen beibringen. Es folgt 'Sympathy'. Ertappt! Der Radiohit. Da ist sie, die Stadionhymne. Ohne geht's dann doch nicht. Aber das macht nichts. Das Stück ist so groß und wunderbar, dem kann man sich kaum entziehen. Er kann es also noch und man realisiert, wer die Hits bei Creed geschrieben hat. Zu der Vorgehensweise des Songwritings sagt TREMONTI, „dass sie immer nach den drei Elementen streben: Melodie, was das der wichtigste Teil eines jeden Song ist, kombiniert man das mit Speed Metal, wird man mehr als belohnt bei der Zusammensetzung des Songs. Dann werden die Songs mit einem modernen Ansatz von Polyrhythmen gefärbt. Das ist dann ein Statement!“. Tremonti by Ashley MaileBesser hätte ich das Album nicht beschreiben können. Um es ganz zu verstehen, müsst ihr aber selbst mal reinhören. TREMONTI selbst sagt zu "Cauterize" : „Wir können es gar nicht erwarten, bis die Fans dieses Album hören. Wir haben das Gefühl, es ist unser bisher bestes Werk.“ Das kann ich aus Sicht von Gestromt nur unterschreiben! Fazit: Zwischen Stadionrock und (Speed)Metal kann hier jeder Rocker und Metalhead (mit PopAttitüde) happy werden. Ein grundsolides fett produziertes Album ohne größere Überraschungen, dafür aber mit treibenden Riffs und großen Melodien. Geht ins Ohr und in den Nacken! PS: Aufgepasst, TREMONTI waren wohl so umtriebig und kreativ, dass sehr sehr bald noch ein weiteres Album mit dem Namen "Dust" folgen wird. Wir dürfen gespannt sein. Album-VÖ: 09.06.2015 (Photo by Ashley Maile)