(Neurot Recordings) STEVE VON TILL, eines der Masterminds hinter Neurosis (Gitarre/Gesang), veröffentlicht neben seiner Hauptbeschäftigung bei eben jenen Neurosis und dem Nebenprojekt Tribes Of Neurot seit vielen Jahren auch immer wieder Solo-Alben. Zum Teil geschieht dies unter seinem Künstlernamen Harvestman, zum Teil unter seinem echten Namen. Er geht dabei zwar eigentlich gänzlich andere Pfade als der Doom/Crust/Sludge-Sound von Neurosis oder die Ambient-Klänge der Tribes. Dennoch ist der Grundtenor irgendwie ähnlich. Nur mit Gitarre/Akkustikgitarre und dezenten Synthie-Klängen erschafft er sehr düstere und eindringliche Songs. Dies als Singer/Songwriter zu bezeichnen, würde ein falsches Bild vermitteln. Sein Dark Folk ist minimalistisch und sparsam instrumentiert. Klassische Songstrukturen findet man nicht. Sein Gesang ist tief, ergreifend und hat etwas archaisches und beklemmendes an sich. Die Songs wirken wie die perfekte Vertonung von ursprünglicher Natur, gewaltig und allumfassend. Selbstverständlich hat dies nichts mit Happy-Hippie-Verklärtheit gemeinsam. Geradezu ruhig und introvertiert gibt sich STEVE VON TILL auf "A Life Unto Itself". Wo er auf vorherigen Werken etwas mehr im klassischen amerikanischen und europäischen Folk verwurzelt war, kommen mehr Synthies und Percussion zum Einsatz. Fast Drone-artig wirken manche Parts. SVT2015_Photo5bw_CreditNielaVonTill_hiresSTEVE VON TILL ist wie der Erzähler einer langen Geschichte am Lagerfeuer in einer kalten Nacht, in der es um die elementaren Dinge des Lebens geht. Er will nicht „unterhalten“ im eigentlichen Sinne. Seine Musik ist intensiv, sein Gesang teilweise eher wie Geflüster. Beides ist immer rau und vor allem roh und ursprünglich. Keine Effekthascherei, sondern ehrlich und bei all der Stille sehr kraftvoll. Er wird Anfang Juli einige wenige Dates in Deutschland spielen. Umbedingt anschauen ist mein Rat, er spielt nicht häufig live. Album-VÖ: 29.05.2015 (Photo by Niela Von Till)