(Gan-Shin Records/Rough Trade) Gerade einmal knapp einen Monat ist es her, dass MUCC  im Rahmen ihrer Europa-Tour auch in Deutschland Halt gemacht haben. Bereits dort gaben sie ein paar Kostproben des nun vorliegenden Mini-Albums zum Besten, welches den etwas sperrigen Titel "T.R.E.N.D.Y. -Paradise from 1997-" hat. Geht der Sound vielleicht wieder zurück zu den Anfangszeiten? Immerhin ist 1997 das Gründungsjahr von MUCC . Eins ist allerdings von vornherein klar, mit gut 42 Minuten Laufzeit verteilt auf sieben Stücke, kriegt der geneigte Käufer ordentlich was für sein Geld geboten. 'Suiren' sollte den Besuchern der Tour durchaus bekannt vorkommen. Und verdammt nochmal, auch in der Studioversion rockt das Ding ordentlich. Ein eher ruhiger Start, bevor sich langsam alle Instrumente dazu gesellen und dann fetzt es ordentlich. Das Ganze wird dann auch von Techno-Beats eingeleitet, Back-to-the-roots ist wohl doch nicht drin. Aber gerade die Riffs erinnern stark an die alte und durchaus rockigere Zeit. Außerdem ist es so eingängig, dass man spätestens beim zweiten Mal einen Ohrwurm garantiert hat. Mit knapp 8 Minuten hat das Lied sogar eine beachtliche Länge, welche einem aber kaum auffällt. Einen besseren Einstieg in ein Album kann man sich eigentlich nicht wünschen. Mit 'D.f.D. - Dreamer From Darkness-' folgt sofort der nächste Hit, zwar ist es in der ersten Häfte nicht so aggressiv, dafür ist der Übergang in die Zweite recht ruppig. Und auch das Gitarrensolo weiß zu gefallen, bevor im letzten Drittel noch einmal richtig aufgedreht wird. Die Titel werden leider immer noch nicht kürzer, so nennt sich das nächste Stück 'B.L.U.E. ~Tell Me Kafka~'.  Es kommt nicht ganz so düster daher und hat einen recht fröhlichen Unterton. Nichtsdesotrotz gipfelt es in einem Growl-Finale. Das ist genau die Mischung, die MUCC seit jeher ausmacht. Jetzt wird es teilweise fast schon hardcoremässig, denn mit 'Hater' wird es richtig agressiv und irgendwo erinnert es mich mit dem Gesang doch ein bisschen an die Kollegen von Limp Bizkit. Dass da in der Mitte noch leichte Reggae-Töne mit reinspielen, muss schon fast gar nicht mehr erwähnt werden, sowas ist man ja als Fan gewohnt. Der Song knallt einfach und macht Spaß, schade dass er auf der vergangenen Europatour nicht gespielt wurde. In die lange Linie der softeren Lieder reiht sich dann 'Rainbow' ein. Fast schon balladesk, aber als erster Titel des Albums geht er aber auch nicht so schnell in den Kopf rein. mucc band trendy courtesy of gan-shin recordsDie Technoelemente feiern dann in 'Rendez Vouz' ihre Wiederkehr, immerhin fahren die Landsleute von Crossfaith damit ja auch große Erfolge ein. Sogar Chiptunes lassen sich hier wahrnehmen. Wieder einmal alles super eingängig, modern und mit hohem Ohrwurmpotential. 'Tonight' beendete schon das Konzert in Bochum und ist auch das Abschlusstück dieser CD. Am Anfang erinnert das doch teilweise sogar schon an Powermetal, wenn Tatsuro auf einmal so hoch singt, als ob man ihm in den Schritt gekniffen hätte. Tatsächlich entwickelt sich der Song aber zur Mitsingnummer und am Ende darf nochmal richtig die Sau rausgelassen werden, wenn nochmal gegrowlt werden darf. Wenn die letzten Sekunden von "T.R.E.N.D.Y. -Paradise from 1997-"  auslaufen, kann man eigentlich nur gute Laune haben. Aber Moment, da sind ja noch drei Minuten auf der CD übrig. Da findet sich nämlich nach ein paar Sekunden Pause noch ein Hidden Track. Da darf dann noch ein bisschen auf das Jahr 1997 gerappt und gerockt werden. Wow ich bin begeistert! Nachdem mir persönlich ja "The End Of The World" ein bisschen zu sehr auf Nummer sicher ging, wagen sich MUCC nun wieder etwas. Trotz der 1997 im Titel könnte es moderner nicht geworden sein. Mit den Elektronikelementen in der Musik habe ich mich nicht nur abgefunden, ich finde sie sogar ziemlich passend. Allein 'Suiren' befindet sich bei mir in Dauerrotation und das will schon etwas heißen. Außer 'Rainbow', welchem in meinen Augen das gewisse Etwas fehlt, sind in meinen Augen alle Songs Volltreffer. Ähnlich wie Girugamesh im letzten Jahr, knallen nun MUCC einem ein so ein fettes Minialbum vor den Latz. Dass sich das Teil in meinen Top 5 dieses Jahr wiederfinden wird, steht wohl schon jetzt außer Frage. Gan-Shin bringt das gute Stück sogar auf CD mit einem Booklet heraus, welche die Übersetzungen der Liedtexte enthalten wird. Anspieltipps: 'Suiren', 'Hater' Album-VÖ: 03.07.2015 (Photo courtesy of Gan-Shin Records)