(Hopeless Records) Nach einigen Spins habe ich mich bei dieser Platte noch immer gefragt, wie und wo ich anfangen soll, etwas darüber zu sagen – komischerweise fiel es mir schwer. Aber: mal step by step und von Anfang an: nach einigen Alben und EPs melden sich die aus South Carolina stammenden HUNDREDTH nun also mit ihrem neuen Werk "Free" zurück. Laut, hart, schnell und emotionsvoll waren hier wohl die Grundpfeiler im Entwicklungsprozess. Bei "Free" verlieren die 5 Musiker absolut nicht an Härte vor allem bei 'Unravel' und 'Break Free' (klarer Anspieltipp) knallt es ordentlich rein. Da freut man sich schon jetzt wieder auf kommende Shows der Band! Was sich auf dieser Scheibe nach einigen Durchläufen stark herauskristallisiert, ist, dass Sänger Chad seinen Fokus auf diesem Album thematisch wohl mehr auf das „Ich“, das Befreien und Akzeptieren der eigenen Emotionen gelegt hat, waren die Texte doch sonst auch immer sehr mit gesellschaftskritischen Thematiken gespickt. Pure Emotionen und Leidenschaft findet man auf dieser Platte in Massen, gepackt in zumeist unter 4-Min. Tracks - sowas kann man nicht einfach so mal “hinrotzen“, da gehört mehr dazu und das bringen HUNDREDTH mit! Die Songs überzeugen, wirken in sich strukturiert und technisch sauber – da macht das Zuhören Spaß. So schön und gut ich bisher über "Free" geschrieben habe, ein paar Kritikpunkte müssen (leider 😉 ) auch beleuchtet werden. Auf der Platte gibt es gefühlt weniger Breakdowns und keinen Background Cleangesang wie bei "When Will Surrender" und "Let Go" und so emotionsgeladen das Album auch ist, ich hätte mir doch mehr langsame und melodische Parts gewünscht oder Songs wie 'Manifest', die das ganze Album einen Gang zurück schalten und man kurz zur Ruhe kommen kann. Das fehlt auf der Platte leider etwas und so bekommt das Album leider nicht die Tiefe, wie vorausgegangene Veröffentlichungen. Wären auf der aktuellen Platte nicht Songs wie 'Beggar', 'Delusion' und 'Burdens', die durchaus etwas catchier sind, dann wäre "Free" als Gesamtpaket sogar zu trocken und einseitig geworden. Hundredth1web_halfNun zurück zu den positiven Aspekten: was mir sofort auffiel und sehr begrüßte war, dass Chad mit seiner Stimme experimentierte und so den eigentlich schon typisch heraushörbaren Sound von HUNDREDTH etwas weiter verfeinern konnte – charakteristisch hierfür ist 'Burdens'. Was bleibt also letztendlich zu sagen? Ich empfinde "Free" als eine natürliche Weiterentwicklung der Band. Es ist zwar kein überragendes oder völlig herausragendes Album geworden, viel mehr fühle ich es als ein solides Werk mit neuen Ansätzen. Es wurde mehr experimentiert, vor allem was die Vocals angeht. Das Album ist wirklich gut (an)hörbar und wird live ziemlich reinhauen. Auf jeden Fall ein Album, für Fans und die, die es werden wollen. Album-VÖ: 16.06.2015 (Photo courtesy of Hopeless Records)