(Massacre Records) „DEBAUCHERY war schon immer einzigartig. Einige konnten oder wollten es nicht verstehen, diejenigen können sich getrost verpissen! Für alle anderen gibt es das neue Album FUCK HUMANITY: Death Metal voll auf die Fresse!“ So lautet der erste griffige Satz der Pressemitteilung zu dem nun neunten Album von den Splatterfreunden DEBAUCHERY. Hier macht man seitens der Plattenfirma schon mal schön einen auf dicke Hose. Andererseits zeigt man mit den Worten auch, dass DEBAUCHERY polarisieren. Ich werde jedoch ganz neutral an die Beurteilung der Scheibe rangehen, da "Fuck Humanity" das erste Werk der Schwaben ist, dass den Weg in meinen CD-Player findet. Ich war schon sehr überrascht, als ich gelesen habe, dass sich DEBAUCHERY textlich zum einen an ihrer eigenen Hintergrundwelt World of Blood Gods und zum anderen an der Welt von Warhammer 40K orientieren. Viele von Euch werden sich jetzt wahrscheinlich fragen, was Warhammer 40K überhaupt ist. Basierend auf einem Tabletop-Spiel (man schiebt kleine selbstbemalte Püppchen über Tischplatten, die mit Miniaturgelände versehen sind und spielt mit Würfeln und Regelbüchern Krieg gegeneinander) spielt die Welt von Warhammer 40K (oder auch Warhammer 40.000) in einer düsteren Zukunft, in der ein immerwährender Krieg herrscht. Jetzt aber genug zum textlichen Hintergrund der Band. Kommen wir zum Sound von DEBAUCHERY. Das Intro 'My Religion Is Hate' eröffnet das Album mit eher klassischen (True-)Metal Klängen. Dann folgt 'Ironclad Declaration Of War' mit einem ranzigen Mix aus Hard Rock und Death Metal. Die treibenden Hard Rock-Riffs und die tiefen Growls vom Blood God machen irgendwie Bock auf mehr und laden auf jeden Fall zum Mattenschwingen ein. Auch, wenn es nicht wirklich mein Genre ist und ich keine langen Haare mehr habe. In 'Kneel Before The Dragon Lords' begeben sich DEBAUCHERY stilistisch wieder etwas mehr in die Death Metal-Ecke, obwohl die Hard Rock-Elemente weiterhin dominieren. Der Song packt mich jetzt nicht ganz so, sodass ich das irgendwie gleichklingende 'Gorezilla' ebenfalls überspringe und zu dem Song komme, der mir im Auto ein ordentliches Grinsen auf das Gesicht gebracht hat: nämlich 'German Warmachine'. Hier merkt man, dass sich die Band wohl selbst nicht ganz so ernst nimmt. Die Hard Rock-Riffs treiben die ...Super Heavy German Machine... unaufhaltsam vorwärts. Die Growls von Mastermind Thomas Gurrath bilden den Treibstoff und nichts, was sich der Maschinerie in den Weg stellt, kann sie aufhalten. Der letzte Satz des Songs, ...super schwere Kriegsmaschine aus Deutschland, wird wohl wieder einige Gutmenschen auf den Plan rufen. Das wird den Jungs von DEBAUCHERY aber scheißegal sein. 'Murderbrute Minotaures' gibt wieder mehr Gas und ich habe bei dem Song wieder immer Momente, in denen ich mich musikalisch knapp 20 Jahre zurückversetzt fühle. Und das soll jetzt gar nicht negativ gemeint sein. Der gleichnamige Titelsong 'Fuck Humanity' ist wieder so ein Song, der ganz gleich ob technisch gut oder nicht, einfach nur Bock macht. Hier gibt’s für die Menschheit wirklich was auf die Fresse. Bei 'For The Emperor' muss ich an meine Zeit denken, als ich selber noch Warhammer 40K gezockt habe. Dort wird der Imperator von der Menschheit nämlich als gottgleich verehrt. Und gerade der Refrain des Songs spiegelt dies sehr gut wieder. debaucheryhorde2015Print-_Kopie'King Of The Killing Zone' ist ein schmutzig rockiger Song, der wirklich hingerotzt und daher sehr stimmig klingt. Mit 'To Hell' lassen DEBAUCHERY es etwas ruhiger ausklingen. Irgendwie wirkt der Song im Gegensatz zum Rest des Album doch irgendwie deplatziert und hätte wegen mir auch gerne hinten runterfallen können. Aber das ist Geschmackssache. Mein Fazit: Ich werde jetzt ganz sicher kein DEBAUCHERY-Fanboy werden, doch "Fuck Humanity" ist eine solide Scheibe geworden. Gerade Songs wie 'Ironclad Declaration', 'German Warmachine' oder auch 'Fuck Humanity' machen einfach Laune. DEBAUCHERY-Maniacs sollten sich auf jeden Fall das limitierte 3CD Digipak zulegen, das einiges an Zusatzmaterial mit sich bringt. Ansonsten bleibt mit nur noch eins zu sagen: Blut für den Blutgott! VÖ-Datum: 10.07.2015 (Photo courtesy of Massacre Records)