(Spinefarm Records/Caroline) Man erhofft sich bei einem Self-Titled-Album stets, dass dies den Kern eines Artisten am bestmöglichen widerspiegelt und diese zu absoluten Höchstleistungen treibt. Wenn sich das Artwork dann noch an dem ersten Longplayer orientiert, wie es beim neuen Album von WE CAME AS ROMANS in Bezug auf "To Plant a Seed" der Fall ist, kann die Vorfreude eigentlich nicht höher sein. Als alter Fan wird man jedoch unsäglich und bitter enttäuscht. Denn vom alten Quintett ist nicht mehr viel übrig. Steht man auf simple Gitarren, bequemes Drumming und einschläfernden Gesang, kann man "We Came As Romans" allemal empfehlen. Ansonsten lasst die Finger davon, denn 'Regenerate' ist dabei der einzige Song, der noch etwas weiter entfernt an ältere Glanzzeiten erinnert. Aber auch dieser ist nur eine billige Replik des Openers aus "Tracing Back Roots". Der Rest ist dann entweder Linkin Park-/Limp Bizkit-Duplikat oder klassischer Radiorock, der hier ohne instrumentale oder stimmliche Finesse vollzogen wird. Bestes Beispiel hierfür ist 'Savior of the Week', das locker schon bald nach Taylor Swift im Radio laufen könnte. Die fünf Jungs aus Detroit versuchen dabei auf Krampf catchy zu sein, aber das gelingt hier einfach nicht. Die beiden Stimmen harmonieren wenig und sind heruntergeschraubter denn je. Damit sind dann endgültig alle ansprechenden Metalcore-Züge ad acta gelegt worden und die Band kann sich vollends auf den Einzug in Arenen freuen. Dabei hilft es auch nicht, dass '12:30' den Hörer in ein angenehm dunkles Nostalgie-Feeling a la Hybrid Theory versetzt. WCAR courtesy of Spinefarm RecordsFakt ist, dass Produzent David Bendeth seine Finger von Bands wie Of Mice and Men oder eben WE CAME AS ROMANS nehmen sollte, da er diese zwar in massentaugliche, jedoch höchst langweilige und unattraktive Alternative-Nu Metal-Abklatsche mutieren lässt. Einzig und allein bei Bring Me The Horizon's "Sempiternal" trug sein Mitwirken Früchte, war das Album doch ein perfekter Mix zwischen "There Is a Hell..." und neuen Elementen. Insgesamt ist es sehr schade, dass nun auch WE CAME AS ROMANS mit ihrem gleichnamigen Album bei diesem Trend mitlaufen und hier kann man ganz bewusst vom Mitlaufen sprechen. Denn mehr steckt wohl nicht dahinter und es bleibt dazu auch nicht mehr zu sagen außer: hoffentlich haben die Jungs damit keinen Erfolg und kommen wieder zu Verstand. Album-VÖ: 24.07.2015 (Photo courtesy of Spinefarm Records)