(Nuclear Blast) Und wieder sind 3 Jahre vorbei. Zeit für den geregelten LAMB OF GOD-Album-Turnus. Das letzte Album hat mich ja seinerzeit echt überrascht (siehe Rezension von Resolution) und volle gestromt.de-Punktzahl abgeräumt. Was kann da noch kommen? Direkt nach dem letzen Album gab es um LAMB OF GOD, namentlich Randy Blythe (v), leider nur negative Schlagzeilen. Erster Grundsatz für eine sehr erfolgreiche Band sollte lauten: Schlag niemals deine Fans, und wenn, dann nicht so dolle, dass sie davon draufgehen. Nun ja, ziemlich dumme Geschichte, die ja in einem Freispruch endete und anschließend von Blythe in einem Buch (Dark Days: A Memoir) aufgearbeitet wurde. Zusammengefasst sind alle 10 Songs ziemlich stark. Ein kleiner Nebengeschmack bleibt allerdings, da LAMB OF GOD keinerlei Spielraum lassen bzw. keinerlei großartige Experimente zulassen. Die Songs hätten zum Teil auch auf der "Wrath" oder "Resolution" stehen können. Auffällig und sofort ins Gehirn gebrannt haben sich '512' (Blythe's vertonte Geschichte seiner Untersuchungshaft), ein klasse Midtempo-Track mit einem ziemlich räudigem Chorus, der Nackenbrecher 'Anthropoid' - mit 3:38 min. der kürzeste Song der Scheibe, sowie die beiden mit Guest-Credits ausgestatten Perlen 'Embers' (feat. Deftones-Fronter Chino Moreno) und den Rausschmeisser 'Torches' (feat. Greg Puciato von The Dillinger Escape Plan), wobei diese beiden Dinger auch die Stärksten des ganzen Albums sind, vor allem 'Torches', wo LAMB OF GOD noch mal alle ihre Trademarks geballt in den Song schmeissen. Echt klasse. LambOfGod 2015 by Travis ShinnAuch bei diesem Output gibt es keinen schlechten oder langweiligen Song, den man ungehört weiterskippt, aber es macht sich bei jedem Durchhören das Gefühl des "hab ich irgendwann schon mal so ähnlich gehört" breit, aber das geht einem bei fast allen Bands der "New Wave of American Heavy Metal" so. Warum Veränderungen, wenn jedes Jahr in den USA Auszeichnungen eingefahren werden?! Fazit: Im Großen und Ganzen ist "VII - Sturm und Drang" eine gelungende Scheibe, die man wunderbar im Ganzen durchhören kann und durch die von mir genannten 4 stärksten Songs auch immer wieder aufhören lassen. Alleine wenn Chino Moreno seinen Einsatz hat und der gewohnt monotone Brüllstil total gebrochen wird, und den Song im Ganzen komplett anders klingen lässt. Gänsehaut pur. Ein paar Punkte Abzug haben sich LAMB OF GOD leider bei mir erspielt, da sie sich leider immer noch nicht trauen, mal neue musikalische Wege zu gehen. Aber das wird der ein oder andere anders beurteilen. Alle Die-Hard LAMB OF GOD-Fans werden keinesfalls enttäuscht und werden ihre Sammlung eh komplettieren. Album-VÖ: 24.07.2015 (Photo by Travis Shinn)