(Pandastorm/Studiocanal) Nachdem die ersten beiden Staffeln von THE KILLING mehr als überzeugen konnten, kommt die dritte Staffel des Remakes von Kommissarin Lund -Das Verbrechen nun auch physisch ins Heimkino. Wer meine Rezis zu den ersten beiden Staffeln gelesen hat, weiß, das diese sich um den Mord an der Schülerin Rosie Larsen rank(t)en. Die naheliegende Vermutung, dass es in Season 3 ein neues Verbrechen zu lösen gilt, wird auch mit dem Beginn der Staffel bestätigt. Die Erzählstruktur finde ich daher recht ungewöhnlich und mir fällt auch ad hoc keine vergleichbare Serie ein, die so verfährt. Man kann sich als Zuschauer nun fragen, ob Staffel 3 und 4 nun auch wieder ein Paket beinhalten, welches Season-übergreifend ist. Nach dem Ende der 3. Staffel liegt die Antwort auf die Frage vor, die aber auch wirklich unerwartet kommt. Ohne zu viel vorwegzunehmen... Es passiert wirklich viel in den letzten Minuten. Und wie am Ende der 1. Staffel endet es mit einer Art Cliffhanger. Argh... Übel... Man will weitergucken! Kann es als Netflix-er auch, aber man sollte sich auf jeden Fall noch etwas zurückhalten, denn ein "was wäre wenn" ist ja auch förderlich... Worum geht es denn eigentlich? Um jugendliche Ausreisser(innen) und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen, die auf dem Straßenstrich ein wenig Geld verdienen, um sich Nahrung und eine Bleibe zu finanzieren. Und sich (noch stärker als ohnehin schon) in Gefahr begeben, denn ein Killer treibt sein Unwesen. Holder (Joel Kinnaman) trägt jetzt Anzug und hat mit Reddick einen neuen Partner (Immer mal wieder Film-Fiesling Gregg Henry! Auch hier?). Als er wieder mit Sarah Linden (Mireille Enos) ermittelt, die der Mordkommission am Ende von Staffel 2 den Rücken gekehrt hatte, kramt er seine alte Montur wieder hervor, was hier schon leichte Superhelden-Vergleiche annimmt. Sehr zum Leidwesen seines Vorgesetzten, aber Holder kommt nun mal von der Straße. Und wirkt auch nur so authentisch. thekilling3_szenenbild_10Ich hatte Schwierigkeiten, in die Handlung zu kommen, bei der ersten Staffel war ich sofort gefangen, hier kann ich mich mit den Nebenfiguren nicht wirklich identifizieren. Zu cool, zu sehr Role-Model. Auch die Parallelhandlung mit dem zum Tode verurteilten Familienvater, die Linden zurück in ihre Vergangenheit führt, konnte mich nicht sofort abholen. Erst nach und nach kommt der Stein ins Rollen und die Ermittlungen und die Jagd nach dem Killer erinnern mich an die Jagd nach dem Zodiac aus David Finchers Film. Und wie gesagt lässt einen das Ende etwas fragend, aber gleichzeitig auf eine gewisse Art auch zufrieden, zurück. Leider von den drei Staffeln bislang die schwächste. Ich bin gespannt auf Nummer 4. DVD/BD-VÖ: 16.07.2015