(Hardline Entertainment/Membran/Sony) Das aus Birmingham stammende PunkRock-Trio TEMPLETON PEK veröffentlicht dieser Tage ihr viertes Studioalbum, welches auf den Namen "New Horizons" hört und in der Karriere der Jungs einen nicht unwesentlichen Einschnitt bedeutet. Ob zum Guten oder Schlechtem wird sich zeigen, aber schon im Vorfeld des Releases überraschten TEMPLETON PEK mit der Wahl ihres Produktionsstudios, welches im Umfeld des legendären Hermosa Beach liegt, wo auch deren Vorbilder Pennywise oder Descendents herstammen. Den finalen Mix übernahm Cameron Webb, der schon Ignite oder Sum 41 den richtigen Schliff verpasst hat. Aber was erwartet uns nun? Glattpolierter, aber innovationsloses PopPunk-Gewitter? Neue Ansätze, die TEMPLETON PEK in eine andere Liga katapultieren? Sind sie weiterhin unter dem Radar vieler Genrefans oder schaffen sie den Schritt von der ewigen Supportband Richtung tragfähiger Headliner für mittelgroße Clubs? Mit dem fünfeinhalb-minütigen Einsteiger 'Skylines' werden gleich ein paar Ausrufezeichen gesetzt, da er in bester Atlas Losing Grip-Manier schön nach vorne schiebt, es ab der Hälfte einen wunderbaren Break in der Struktur gibt und überwiegend instrumental postcorig ausgefadet wird. Stark! 'The Blindside' fällt daraufhin etwas ab, hat aber durch die aggressive Grundstimmung und einer nicht abzusprechenden Catchyness, genau wie das nachfolgende 'Fractures', die volle Daseinsberechtigung und zeigt die harte Arbeit der Briten, sich nicht nur ernsthafter sondern auch musikalisch weiterzuentwickeln. Der Anspruch ist definitiv gestiegen, so dass "New Horizons" nicht einfach wegkonsumiert werden sollte, sondern eine gewisse Auseinandersetzung mit dem Werk vonnöten ist, um alle Feinheiten zu entdecken und zu würdigen. Vom Ansatz entspricht es den schon erwähnten Atlas Losing Grip, die es sich und ihren Fans mit "Currents" auch nicht einfach gemacht haben, aber etwas geschaffen haben, was länger im Gedächtnis haften bleibt, als Partysongs, die nur einen Sommer lang funktionieren. Die Inspiration Rise Against scheint immer durch und wird nicht zu leugnen sein, allerdings haben es TEMPLETON PEK mit ihrem vorliegenden Album hinbekommen, die schwächeren letzten Rise Against-Vehikel fast vergessen zu machen. Wenn 'Damage Control', 'One More Enemy' oder 'Broken Lines' um die Ecke schielen, mag sich Tim McIllrath verwundert die Augen reiben und sich fragen, ob TEMPLETON PEK nicht heimlich verschütt geglaubte Demos seiner Band zu etwas Eigenem gemacht haben. Songwritermäßig ist das nämlich eine absolute Topleistung und es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn TEMPLETON PEK auf Festivals nicht einige Slots nach oben rutschen, um die beständig ansteigende Fanschar mit einem furiosem Arschtritt ins Land der Glückseligkeit zu befördern. Templeton Pek_Band2_smallAuch die letzten drei Songs des 11 Kompositionen umfassenden "New Horizons" packen dich bei den Eiern und lassen die Brüder im Geiste, Authority Zero, ziemlich alt aussehen. Sehr sympthatisch, das gar nicht versucht wird, mit einer Ballade das Album abzurunden, sondern straight durchgezogen wird. Was soll ich sagen? Ich habe eigentlich nicht viel erwartet, da die bisherigen Alben an mir vorbeigegangen sind - aber was TEMPLETON PEK hier abliefern, nötigt mir tiefen Respekt ab, da ich in letzter Zeit selten so ein stringentes Punkrock-Album in Händen halten durfte. Zählt für mich zu den Überraschungen des laufenden Jahres, da hier Melodie plus Härte auf Authenzität trifft und das Ganze Kopf (Anspruch) und Körper (Abgeh-Faktor) gleichermaßen trifft. 5,5 Blitze - locker! Und mal ganz im Ernst: Wer sich nach einem Charakter aus der famosen 80er Jahre Actionserie The A-Team benennt, kann kein schlechter Mensch sein. 🙂 Album-VÖ: 24.07.2015 (Photo courtesy of Hardline Entertainment)