(Fat Wreck Chords/ Edel) Fat Mike hat es wieder getan! Er hat eine neue Band gesignt - und mit dem Trademark Fat Wreck Chords im Rücken, werden die Damen von BAD COP/BAD COP auf jeden Fall einige Festivals und Clubtourneen in den Staaten und Europa spielen können und auf neugierige PunkRock-Interessierte treffen. Da es momentan auf dem Markt nicht allzu viele Bands gibt, die komplett weiblich besetzt sind, könnte es sogar hilfreich sein, dieses Alleinstellungsmerkmal zu nutzen, um die Lücke zu ersetzen, die Tilt oder The Donnas hinterlassen haben - aber vielleicht sollte man ganz neutral an die Sache rangehen und die Musik für sich sprechen lassen, sonst gerät man womöglich noch in den Verdacht, eine sexistische Herangehensweise zu haben. Für mich persönlich ist das jetzt auch nicht unbedingt einfaches Terrain, denn weiblicher Gesang nervt mich relativ schnell und außer The Distillers, Not On Tour oder The Interrupters lasse ich mich auch selten überzeugen. Auch bei BAD COP/ BAD COP merke ich schon nach 2,3 Songs, dass meine Ohren auf eine harte Geduldsprobe gestellt werden. Der Einstiegssong 'Nightmare' überzeugt allerdings durch straight vorgetragenen PunkRock ohne Sperenzchen. Das nachfolgende 'Anti Love Song' will durch die ein oder andere Dissonanz darüber hinwegtäuschen, dass kompositorisch leider einiges im Argen liegt und der Track vor sich hindümpelt, ohne jemals einen Höhepunkt zu erreichen. 'Here's To You' nimmt den Weg eines jeden guten Pub-Songs, der entspannt akustisch angestimmt beginnt, um sich zum Ende steigernd aufzulösen. Gutes Lied! Von den 13 Songs auf "Not Sorry" bleibt leider nicht einer hängen und wenn, dann ziemlich unbeholfen bei 'Joey Lawrence' der Name eines US-amerikanischen C-Promis (evtl. bekannt aus der 90er ComedySerie "Blossom"), der dazu benutzt wird, langweilige Sing-a-Longs aneinander zu reihen und den Song dadurch leider peinlich und uninspiriert wirken lässt. Die einzigen Minuten, in denen ich bei "Not Sorry" Spaß hatte, waren die Off-Beat infizierten Songs 'I'm Alright' und 'Rip You To The Shreds', danach und davor herrscht Beliebigkeit in der mittleren Niveauklasse. Vermutlich klingt die Rezension auch viel negativer, als es das Debüt der vier Damen verdient hat, aber ich für meinen Teil hatte einfach mehr erwartet. Der beste Track ist eindeutig 'Firewater', der an vorletzter Stelle gelandet ist und sich meine Aufmerksamkeit durch knapp 3,5 Minuten melodieverliebten PunkRock mit tollem Chorus wiedergeholt hat. Davon mehr und ich könnte mich überzeugen lassen, dass BAD COP/ BAD COP doch nicht eine der langweiligsten Bands im Fat Wreck-Portfolio sind. Bad Cop BandBei dem Abschlusstrack 'Support' wird (wie man ahnen kann) die Unterstützung eingefordert, die BAD COP/ BAD COP von mir leider nicht erhalten können. Ich bin enttäuscht, ob der Einfallslosigkeit auf "Not Sorry" und tendiere zu 2,5 Blitzen. Album-VÖ: 03.07.2015 (Photo courtesy of Fat Wreck Chords)