(T-Boy/ UMe) P.O.D. (im Ganzen Payable On Death) haben mittlerweile eine lange Reise hinter sich. Seit 1992 beackern sie bereits die Musiklandschaft mit ihrem christlichen Crossover und scheinen auch nach 8 Studioalben, 3 Grammy-Nominierungen und unzähligen Touren nicht müde zu sein. Ebenso den vermeintlichen Untergang ihres Genres und das Aussterben vieler befreundeter Bands haben die Jungs um Frontmann Sonny Sandoval überlebt und stürmen mit "The Awakening“ zu neuen Taten, schließlich will man sich nicht auf den Lorbeeren vergangene Tage ausruhen. Um allerdings ein wenig frischen Wind in ihre Auslegung zu bringen, haben sich die Südkalifornier diesmal dazu entschlossen, ein stimmiges Konzeptalbum zu kreieren, in dem der Hauptcharakter alle Höhen und Tiefen in seinem Leben zu meistern hat. Mit 'Am I Awake’ startet den Reigen leicht unter dem Radar des Midtempo. Bevor es allerdings richtig losgeht, beginnen verschiedene Charaktere damit die Geschichte einzuleiten. Hier darf zu Beginn eher gegroovt als getanzt werden. 'This Goes Out To You’ spielt die klassische P.O.D.-Karte voll aus, auch wenn Sonnys Gesang teilweise etwas befremdlich variiert. Aber immerhin soll die Scheibe laut des Sängers auch im Singlemodus funktionieren. Auch 'Rise Of NWO’ hat in der Einführung wieder einiges zu erzählen bevor das eigentliche Spiel einsetzt und es auch gleich etwas giftiger wird. Guitarrero Marcos Curiel packt den Distorsion aus und brennt dem Song seinen Stempel ein. Der Song 'Criminal Conversations (Feat. Maria Brink)’ handelt gefühlt wohl von einem Seitensprung, zumindest dem Telefonat nach zu urteilen. Musikalisch werden P.O.D. von der In This Moment –Röhre Maria Brink unterstützt und schon kommt etwas mehr Abwechslung ins Spiel, auch wenn das Tempo hier ebenfalls übersichtlich bleibt. Ein Kirchenchor und aggressive Diskussionen dazu bringen 'Somebody’s Trying To Kill Me’ auf die Spur. Die Wahwah’s im Untergrund und die chillige Note schreien förmlich nach einer Wasserpfeife. Bei 'Get Down’ werfen wir das gute Stück dann allerdings gegen die Wand, denn hier darf der Pogo phasenweise bedient werden. Auch 'Speed Demon’ brennt deutlich mehr, als die Songs zuvor und stellt bis dato mein persönliches Highlight dar. Nach Cocktailbar klingt der Follower ‚'Want It All’. Balladeske Stücke sind immer eine willkommene Abwechslung, allerdings war der Hörer gerade erst in Tanzlaune geraten und wird nun wieder sanft ausgebremst. Unglücklich. Lou Koller von Sick Of It All darf bei 'Revolucion (Feat. Lou Koller)’ mitwirken und schon haben wir wieder die richtige Temperatur erreicht. Geile Nummer. Zum Ende gibt es mit dem Titeltrack noch den mit über 7 Minuten Spielzeit längsten Song des Albums. Und hier dürften noch einmal alle Ideen einfließen, die P.O.D. zu bieten haben. Allerdings schwimmt der Song sehr Lyrik-lastig auf einer Tempowelle dahin. Text ist toll, Instrumente aber auch. POD_1_2000Schwieriges Fazit. Ich liebe die Jungs aus San Diego von jeher. Aber hier macht es nicht 'Boom' und ich fühle mich auch irgendwie nicht 'Alive'. Es fehlen eben die Highlights, die durchaus auch auf einem Konzeptalbum vorhanden sein dürfen. Für ihre bevorstehenden 25 Gigs in den USA sind sicherlich 1-2 Songs live zu gebrauchen, allerdings sollte man sich hier auf Altbewährtes berufen. Ich hingegen hoffe auf das nächste Mal. Album-VÖ: 21.08.2015 (Photo courtesy of T-Boy/ UMe)