(eOne Heavy) Verdammte Naht, manchmal kann man sich ziemlich übel täuschen. Als mir das neue Album von FIT FOR AN AUTOPSY angeboten wurde, war meine erste Reaktion: Ja, wenn du niemand anderen findest, der das machen will, kümmere ich mich drum. Ist wahrscheinlich eh Standard-Deathcore-Kost, das sollte ziemlich schnell abgefrühstückt sein. Schon nach wenigen Minuten war mir klar, dass die Band zwar weiterhin grob in die Schublade „Deathcore“ passt, dabei aber um einiges komplexer, abwechslungsreicher und (ich würde fast sagen) progressiver geworden ist. Einen neuen Sänger haben die Herren obendrein auch noch im Gepäck. Zunächst mal zum Infoteil, damit das abgehakt werden kann: das dritte Album der Band hört auf den Namen ''Absolute Hope Absolute Hell''. Produziert wurde die Scheibe von Gitarrist Will Putney, der auch schon Bands wie Thy Art Is Murder, The Acacia Strain oder Northlane unter den Fingern hatte. Das Ergebnis ist, wie die vorherigen Alben auch und wie die großen Namen ebenfalls schon erahnen lassen, eine fette Scheibe, die noch genug Luft hat, um sich richtig zu entfalten, und nicht bis zum Limit totkomprimiert wurde. Der neue Mann am Mikrofon heißt Joe Badolato, und meiner Ansicht nach sollten die restlichen Bandmitglieder ihm schnell den Spitznamen Bad-O-Lator geben, denn sein Organ hat ordentlich Pfund und gibt den Songs eine absolut böse Note. Die überraschenden Dinge an dieser Scheibe sind dann aber eher die Genre-untypischen, wie beispielsweise fast schon sphärisch anmutende Gitarrenmelodien, melodiös gebrüllte Gesangspassagen wie in dem Song 'Ghosts In The River', oder ruhige, teilweise mit Cleangitarren gefüllte Songs wie der grandiose Abschluss 'Swing The Axe', der ab der Hälfte noch einmal so richtig aufdreht. fit_for_an_autopsy_by_Bobby_BatesDie restlichen Elemente, die euch hier begegnen, sind dann zwar in gewisser Weise Standard-Kost, aber dadurch, dass ihr immer mal wieder aus dem „Einheitsbrei“ herausgerissen werdet, wirkt diese Scheibe anders als viele andere Deathcore-Alben. Man merkt sehr deutlich, dass FIT FOR AN AUTOPSY gezielt versucht haben, sich von den Genre-Fesseln loszureißen und Songs zu schreiben, die nicht nur den Die-Hard-Deathcore-Fans gefallen, sondern auch übergreifend Freunde finden werden. Das ist ihnen mit Bravour gelungen. ''Absolute Hope Absolute Hell'' ist für mich eine rundum gelungene Sache, die ich mir sicher nicht zum letzten Mal angehört haben werde. Diese Songs bieten bei jedem neuen Durchlauf neue Dinge, die es zu entdecken gilt, nicht ganz verwunderlich bei drei Gitarristen! Album-VÖ: 02.10.2015 (Photo by Bobby Bates)