(Roadrunner Records/ Warner) Knapp zwei Jahre nach dem Erscheinen von "Vengeance Falls" melden sich TRIVIUM mit ihrem neuen Album "Silence In The Snow" zurück. Eigentlich hatte ich von den Jungs um Frontmann Matt Heafy einen fetten Paukenschlag erwartet. Aber die Gerüchteküche eilte dem Album ja bereits voraus und es hieß, dass Heafy auf "Silence In The Snow" komplett auf seine markanten, uncleanen Vocals verzichten würde. Als ich dies hörte, beschlich mich schon ein erstes ungutes Gefühl. Trotz alledem habe ich die neue Scheibe mit einer gewissen Vorfreude in meinen CD-Player geworfen. Und was soll ich sagen? Ich wurde in mehrfacher Hinsicht überrascht. Der erste Track 'Snøfall' ist ein episches, klassisches Intro. Hier werden bereits die Melodien des folgenden Songs aufgenommen und man wird als Hörer langsam an das neue Album herangeführt. Dann folgt auch schon die erste Singleauskopplung und der gleichnamige Titeltrack. Nämlich 'Silence In The Snow'. Fette Riffs und ordentliche treibende Drums machen auf jeden Fall schon mal Bock auf mehr. Der Refrain ist extrem eingängig und Heafy kann darin sein volles stimmliches Potential ausschöpfen. Wie sich seine Stimme im Chorus hochschraubt ist schon sehr geil. Dann noch etwas Lead-Geplänkel in bester TRIVIUM-Manier. 'Blind Bleeding The Blind' beginnt heavier und temporeicher als sein Vorgänger. Technisch machen TRIVIUM hier wieder mal alles richtig. 'Dead And Gone' bewegt sich eher im Trash-Bereich. Gerade in der Strophe gehen Gitarren und Gesang in Richtung Metallica. Headbanger werden ihre Freude an dem Song haben. 'The Ghosts That's Haunting You' glänzt durch seine packenden Drums und ich muss bei der Nummer an neuere Songs von Stone Sour denken. 'Pull Me From The Void' ist eher eine klassische Metal-Nummer. In 'Until The World Goes Cold' lassen TRIVIUM es etwas langsamer angehen. Trotz einiger fetter und tiefer Gitarren-Bretter ist der Song gerade aufgrund seines Chorus besonders Radio-freundlich. Und das meine ich nicht mal negativ. Genauso verhält es sich mit 'Rise Above The Tide'. Mit 'The Thing That's Killing Me' erhöhen TRIVIUM das Tempo wieder etwas. Gerade die Bass-Spur des Songs gefällt mir extrem gut. Auffällig ist hier auch das extrem gute Gitarren-Zusammenspiel von Matt Heafy und Corey Beaulieu. Wieder etwas härter und düsterer ist 'Beneath The Sun'. Hat man durch die Akkustikgitarren zu Beginn von 'Breathe In The Flames' erst das Gefühl, hier wieder eine Ballade serviert zu bekommen, wendet sich das Blatt recht schnell. Hier hauen TRIVIUM wieder einen fetten Trasher raus und bei gewissen Parts lassen Metallica grüßen. Neben 'Silence In The Snow' ist 'Breathe In The Flames' für mich eine der besten Nummern der Scheibe. 'Cease All Your Fire' wirkt recht ernst. Ein komplexer Song, der durch seinen vielen Details und Facetten heraussticht. 'The Darkness Of My Mind' ist extrem melodiös. Zum Abschluß zeigen TRIVIUM mit der Nummer nochmal, das sie technisch ganz oben mitspielen. trivium-silence-snow-8210Bei dem ersten Durchlauf von "Silence In The Snow" musste ich dann nach Track Nummer 5 vorerst eine Pause einlegen. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Gerade nach den zwei Hammer-Alben "In Waves" und "Vengeance Falls" konnte ich mich auf "Silence In The Snow" aus irgendeinem Grund nicht einlassen. Vielleicht war es die Tatsache, dass das neue Album so komplett anders, aber dennoch so vertraut nach TRIVIUM klang. So war ich ich drauf und dran, eine sehr negative Kritik zu schreiben. Doch dann habe ich die Scheibe einfach mal so nebenbei und ohne Erwartungen gehört. Da war er, dieser Moment, wo ich merkte, dass "Silence In The Snow" doch enormes Potential hatte. Nach und nach ließ ich mich von der Spielfreude der Jungs anstecken. TRIVIUM zeigen mit ihrer musikalischen Entwicklung und der Veröffentlichung des neuen Albums enormes Selbstbewusstsein. "Silence In The Snow" wird auf jeden Fall polarisieren. Ich kann euch jedoch nur raten, der Scheibe eine Chance zu geben. Album-VÖ: 02.10.2015 (Photo courtesy of Raodrunner Records/ Warner)