(Dine Alone Records/ Caroline/ Universal) Nachdem Mitte September die (im Nachhinein missverständliche) Nachricht im Netz kursierte, dass sich Alexisonfire wieder "back on track" befinden, konnte man kurzfristig darüber staunen, wie der Mann hinter CITY AND COLOUR, Dallas Green, das alles wuppen möchte. Durch die Veröffentlichung seines 5. Studioalbums (das Singer/Songwriter Projekt You & Me mit Pink mal außen vor gelassen), welches den Titel "If I Should Go Before You" trägt, wird das Zeitmanagement vermutlich eh auf eine harte Probe gestellt. Ich habe es mir wirklich nicht einfach gemacht und dem aktuellen Album mehr als genug Zeit und Chancen gegeben, sich zu entfalten, aber ich ich kann und werde mich nicht gezwungenermaßen vor eine euphorische PR-Maschine spannen lassen und das neue Werk von Dallas Green gnadenlos abfeiern. Das Dilemma ist nämlich: Ich finde nicht einen Ansatzpunkt, der es mir erlaubt, etwas durchgehend Gutes zu erkennen. Klar gibt es schöne Songs, die in Momenten von Traurigkeit die Emotion noch verstärken können - aber auf diese Hypothese kann sich jeder Track von "If I Should Go Before You" berufen. Alles klingt permanent verkünstelt und wird mit Nachdruck zu einem emotionsgeladenen Vehikel hochstilisiert, welches es aber gar nicht ist - zumindest meinem subjektiven Empfinden nach. Eher nervt diese weinerliche, teils falsettartige Herangehensweise massiv und verursacht schlechte Laune. Mehr als 2-3 Lieder am Stück bedeutet, dass die Nerven für den Rest des Tages blank liegen. cityandcolour_promopic_by_Alysse_Gafkjen_low_resEinerseits sind ein paar Songs wirklich nett, aber auch ihr wisst, wessen kleine Schwester "nett" ist. Haben mich die Alben "Bring Me Your Love" und "The Hurry And The Harm" noch stellenweise gepackt mit ihren fragilen, aber dennoch zupackenden Stücken....geht mir "If I Should Go Before You" unter die Haut, wie Nadeln, die von einem Medizin-Erstsemester gesetzt werden. Lieber Dallas Green - bitte tu mir den Gefallen und veredele ab sofort wieder zukünftige Alexisonfire-Klassiker, aber verschone mich mit dem Egotrip namens CITY AND COLOUR. Nicht meins (und vermutlich war ich der falsche Rezensent) (Aber Du wolltest sie besprechen! 😉 - der Chefredateur). Ich schenke mir die Punktevergabe, da sie durch meine subjektive Meinung und innere Abwehrhaltung eh nicht repräsentativ ist. Album-VÖ: 09.10.2015 (Photo by Alysse Gafkjen )