(Sony Music/ Columbia) SAINT ASONIA sind eine sogenannte Supergroup, wobei es in meinen Augen völlig egal ist, ob die Mitglieder schon in anderen Konstellationen gespielt haben und/oder womöglich sogar erfolgreich waren. Um meiner Pflicht als Informationsweitergeber gerecht zu werden, schmeisse ich mal die Namen Staind, Three Days Grace und Finger Eleven in die Runde. Zumindest könnte man durch die Historie einen ersten Eindruck davon bekommen, was uns SAINT ASONIA an musikalischer Vielfalt anbieten werden. Es geistern einem Wortschöpfungen der Marke Post-Grunge, Alternative Metal oder HeavyRock im Schädel herum und die aufgebaute Erwartungshaltung, soviel sei verraten, wird mit dem selbstbetitelten Debütalbum zumindest teilweise erfüllt. Ob das nun positiv oder negativ auszulegen ist, versuche ich mal herauszuarbeiten. Das Album ist den Staaten schon am 31. Juli erschienen und hat einen Charteinstieg auf Platz 29 geschafft. Nun gibt es "Saint Asonia" also auch bald in Europa käuflich zu erwerben und was im Hochsommer in den USA funktioniert, ist vielleicht die richtige Herbstmusik bei uns. Mit dem ersten Vorabsong 'Better Place', der hier die Funktion des Openers übernimmt, wird gleich mächtig reingekeult. Präzises Gitarrenriff, massives Drumming und nach wenigen Sekunden die Erkenntnis, dass die Produktion von Genrekönig Johnny K (Enuff Z`Nuff, Disturbed, Sevendust) alles an die Wand drückt. Die Stimmgewalt von Vocalist Adam Gontier ist allseits bekannt und kommt hier richtig zum Tragen, da er mit seinem Timbre und seiner Intonation nicht nur 'Better Place' ein Alleinstellungsmerkmal verpasst, sondern das gesamte Album quasi darauf aufgebaut ist. Wenn dann die Kompositionen noch stimmen, kann der Fan frohlocken. In der Szene des modernen HeavyRocks (v.a. aus Nordamerika/ Kanada) ist der Kampf um Aufmerksamkeit ein hart umkämpftes Feld und wenn es SAINT ASONIA es in eine Liga mit Stereomud, Puddle Of Mudd oder P.O.D. schaffen, ist die Champions League zwar noch ein Stückchen entfernt, aber der Abstieg in die Zweitklassigkeit sollte mit der Veröffentlichung von "Saint Asonia" abgewendet werden. Die Songs sind nämlich teilweise wirklich catchy und haben eine größere Interessengemeinschaft verdient. 'Fairy Tale', 'Happy Tragedy' oder 'Blow Me Wide Open' sind variable und zupackende Songs, die nicht frei von Klischees sind, aber der Gefahr entgehen, nach dem Baukastenprinzip zusammengeschustert worden zu sein. Hier ein kleiner Breakdown, ziemlich feine Gitarrensolis an der richtigen Stelle plaziert und schon hat einen der Sog gepackt. Leider gibt es im Gegenzug auch Beispiele, die aufzeigen, wie man ein Album ohne Not ausbremsen kann. Die Balladen 'Trying To Catch Up With The World' und 'Waste My Time' (ganz genau!) sind so dermassen schwülstig und unerträglich geworden, dass man als geneigter Rockhörer die CD sofort entsorgen möchte. Hier zeigt sich, dass die Platte für den amerikanischen Markt produziert wurde, da dort Powerballaden ohne Power scheinbar noch immer gewollt sind. Saint_Asonia_Foto_2Im Großen und Ganzen muss ich konstatieren, dass meine niedrig geschraubten Erwartungen durch den immens wuchtigen AlternativeRock leicht getoppt worden sind, aber gleichzeitig auch anmerken, dass ein Minialbum mit 6-7 Songs, die die Energie kanalisiert hätten, richtig mega gewesen wäre und eine überdurchschnittliche Bewertung abgegriffen hätte. Naja, hätte, hätte, Fahrradkette. So ist "Saint Asonia" von SAINT ASONIA eine nette Platte, die keinem weh tut - und gerade das macht das Album zu einem Werk unter vielen und ich bei den gegebenen Voraussetzungen eine größere Nachhaltigkeit erwartet habe. Schade. Leichte Enttäuschung macht sich breit. 3 Blitze! Durchschnitt as fuck! Album-VÖ: 31.07.2015 (US-Import), 23.10.2015 (EU) (Photo courtesy of Sony Music)