(Hopeless Records) Nachdem im letzten Jahr COLDRAIN ihr Album "The Revelation" auch hierzulande veröffentlicht haben und so manches Konzert hier spielten, steht nun mit "Vena" schon der Nachfolger in den Regalen. Ob die charismatischen Jungs rund um Sänger Masato auch diesmal wieder überzeugen können? Der Opener 'Vena' geht auf jeden Fall direkt in Richtung Fresse und prügelt einem diese ordentlich durch. Schnell und agressiv ist dieses rund einminütige Stück der perfekte Einstieg. 'Wrong' ist COLDRAIN in Reinkultur, ein melodisches Gesamtkonstrukt, ein Refrain, der zum Mitsingen anregt und sofort ins Ohr geht und das Ganze mit genügend Härte angereichert. Aropopos Härte: Alles wirkt ein Stück agressiver produziert, als noch beim Vorgänger, so auch 'Devine'. Von den Instrumenten bis zu Masatos super Stimme passt auch hier einfach alles. Der bereits bekannte, da als Musikvideo veröffentlichte, Song 'Gone' gehört klar zu den stärksten Stücken des Albums. Aber darüber kann sich ja jeder selber ein Bild machen. Also wer es noch nicht gesehen hat, guckt es sich bitte nach dem Lesen dieser Kritik sofort an. 'Words of Youth' hat auf der Hälfte so einen herrlichen harten Teil, zu dem man einfach nur headbangen kann oder sich dann live gepflegt im Moshpit vergnügen darf. Ganz behutsam geht es mit 'The Story' los und man muss hier auch keine fiesen Riffs oder ähnliches erwarten, es ist nämlich der erste eher langsame Track des Albums. Und um ehrlich zu sein, wir sind schon beim sechsten Stück, ich hätte sowas sogar früher erwartet. Außerdem leitet es perfekt zu 'Whole' über, der Ballade auf "Vena". Ja, richtig gehört, diesmal ist wieder eine Ballade dabei, nachdem diese ja von der EU-Pressung der "The Revelation" leider verschwunden waren. Ich könnte mir das Ganze auch sicherlich erstmal in einer Endlosschleife anhören, so gut gefällt es mir. Vor allem im letzten Teil, wenn dann Gitarre und Drums einsetzen und die schon vorher agierenden Violine und Klavier unterstützen. Wenn COLDRAIN etwas besonders gut können, dann sind es auf jeden Fall auch Balladen. Aber wem gerade die gesunde Härte gefehlt hat, keine Angst 'Runaway' wird euch wieder zufrieden stellen. Spätestens das Drumstakkato oder das Gitarrensolo werden einen in die absolute Abrockstimmung versetzen. Nicht zu vergessen der Gastauftritt von Jacoby Shaddix, seines Zeichens Sänger von Papa Roach, sorgen für ein richtig geiles Stück Rockmusik!  Auch 'Pretty Little Liar' macht viel Spaß, sonst gibt es dazu allerdings wenig zu berichten. Warum man mit 'Heart of the Young' jetzt schon wieder ein bisschen mehr den Fuß vom Gaspedal nimmt, kann ich leider nicht ganz nachvollziehen. Zum Glück tritt man dieses dann mit 'Fire in the Sky' wieder durch und man kann immer noch nicht glauben, wie gut Masato den Wechsel zwischen Shouts und cleanem Gesang hinkriegt. Der Junge hat es einfach drauf! coldrain 2015 by travis shinnJa, das war es dann leider auch schon wieder. Vor allem in der ersten Hälfte beweisen COLDRAIN wieder deutlich mehr Härte und Agressivität, als noch beim vorherigen Album und erinnern dabei wieder mehr an ihre Werke "Final Destination" und "The Enemy Inside", nur halt diesmal deutlich fetter produziert und mit besser geschriebenen Melodien. Ob man den reinen Melodieteil in der Mitte des Albums mag, ist dann wohl Geschmackssache, ich finde ihn auf jeden Fall genial. Aber ohne Frage geht es bei der zweiten Hälfte nicht mehr so aggressiv zur Sache. Vor allem 'Heart of the Young' kommt mir ein bisschen zu generisch und langweilig daher und auch 'Pretty Little Liar' wirkt ein bisschen, wie schon einmal gehört. Klar besonders innovativ sind auch die anderen Lieder nicht, aber sie kommen einfach deutlich besser rüber. So hat mich zum Ende hin das Album nicht mehr restlos überzeugen können und verbaut sich damit knapp den Weg in den Gestromt-Olymp. Trotzdem ist "Vena" sicherlich das reifste und ausgefeilteste Album der Band und eine klare Kaufempfehlung. Und wenn es jetzt weiter bergauf geht, vielleicht dürfen wir sie dann ja auch mal hier auf Headlinertour erleben. Diese 25 Minuten Support-Slots sind einfach zu wenig für diese geile Band. Anspieltipps: 'Gone', 'Words of Youth', 'Whole' Album-VÖ: 23.10.2015 (Photo by Travis Shinn)