Irgendetwas muss beim Management von SATELLITE STORIES verkehrt laufen. Trotz großartigem Songmaterial, achtjährigem Bestehen und drei veröffentlichten Longplayern, finden sich gerade einmal ca. 80 Leute bei einem ihrer seltenen deutschen Gigs in Hannover ein – schön war es trotzdem. Wenn es eines weiteren Bedarfs gebraucht hätte, dass die Welt furchtbar ungerecht ist, dann hätte man diesen beim Konzert von SATELLITE STORIES im Hannoveraner Lux erhaschen können. Die großartige finnische Band kann keine hundert Leute zu ihrem Gig mobilisieren, während eine Tür weiter Johannes Oerding seinen Bügelsoundtrack für die deutschen Hausfrauen in einem ausverkauften Capitol präsentieren darf. Den knapp achtzig Musikfreunden im kleinen beschaulichen Lux ist dies aber sichtbar egal und man erfreut sich zunächst am Support der Jungs von BIG TENNIS. Die grundsympathischen Indierocker halten sich nicht mit langen oder kurzen Reden auf, sondern nutzen ihre knapp bemessene Support-Time dazu, möglichst viel Musik aus ihrem Reportoire zu präsentieren. Die Werbung in eigener Sache gelingt und man überzeugt mit äußerst eingängigen Popsongs inklusive Gitarreneinschlag. Und als man einen Song auch noch zu einem Cover von Guns And Roses 'You could be mine' werden lässt, ist schließlich auch das Herz eines jeden Gestromt-Redakteurs erobert. Es könnte sich also lohnen, die Jungs auf dem Radar zu behalten. DSC_7478 Das das mit dem Herzen erobern ab und an eine durchaus zähe Angelegenheit sein kann, dürften auch SATELLITE STORIES bereits mehrfach erfahren haben. Trotz dreier Longplayer, welche musikalisch stark an Band wie Two Door Cinema Club oder The Wombats erinnern, scheint der Weg in die hiesigen Airplays von Radio oder Fernsehsendern, total blockiert. Verwunderlich, denn auch an diesem Abend beweisen die vier Finnen, dass ihr Songmaterial einen gelungenen Soundtrack für die Tanzflächen der Indiediscos oder die mittelgroßen Bühnen der Musikfestivals darstellt. Im Zentrum des knapp einstündigen Sets steht vor allem der aktuelle Longplayer "Vagabonds". Schnell wird dabei deutlich, das die vier Jungs gemeinsam mit Produzent Simon "Barny" Barnicott eine kleine Hitsammlung am Start haben. Aber das dürfte fast schon eine Selbstverständlichkeit sein, wenn man sich die Referenzliste von Barnicott vor Augen führt. Hier stehen Namen wie Arctic Monkeys, The Temper Trap, Kasabian und Bombay Bicycle Club. DSC_7612 Aber auch ohne Produzentenhilfe im Rücken, können Sänger und Gitarrist Esa Mankinen, Gitarrist Marko Heikkinen, Bassist Jyri Pesonen und Schlagzeuger Olli-Pekka Ervasti als Livequartett überzeugen. Auch wenn immer mal wieder einige Soundergänzungen über Fußpedale aus dem PC angesteuert werden müssen, entfaltet sich schnell eine Energie, welche die ersten Reihen zum Tanzen bringt und den hinteren Zuschauern eine gehörige Portion Fröhlichkeit ins Gesicht zaubert. Und als in der zweiten Hälfte des Sets dann auch noch die kleinen Smasher 'Kids Are Not Safe In The Metro', 'Campfire' und 'Family' ertönen, ist sich jeder der Anwesenden sicher, mit den Tanzschuhen die richtige Schuhwahl für den Abend getroffen zu haben. Es kommt also nicht von ungefähr, dass World Music SATELLITE STORIES zu den vielversprechendsten Bands der Zukunft zählt. Die Frage ist nur, wann diese beginnt. Wer jetzt Bock bekommen hat, die Kombination BIG TENNIS plus SATELLITE STORIES live zu erleben, der hat dazu am 13.11.2015 nochmals die Chance. Die beiden Bands spielen an diesem Abend ein Konzert im Hamburger Molotow. (Photos by Mark Haake)