Was gibt es Sinnvolleres, als auf einem Samstagabend zu einem Konzert zu gehen? Und dann noch bei so einem Package. Das Singer-/ Songwriter Projekt THE HOMELESS GOSPEL CHOIR, die PopCoreler von TROPHY EYES, RED CITY RADIO mit ihrem charmant-melancholischen PunkRock sowie die PolitPunker ANTI-FLAG als Headliner. Durch die frühe (bzw. sehr pünktliche) Anfangszeit haben wir trotz Ankunft um 20h den HOMELESS GOSPEL CHOIR verpasst und TROPHY EYES zockten gerade ihre letzten drei Songs. Die waren allerdings so energetisch und auf den Punkt, dass ich mich immer noch ärgere, dass wir nicht das ganze Set sehen konnten. An Set Your Goals oder Four Year Strong angelehnter PopPunk mit leichter HardCore-Note. Hat mir sehr gefallen. Nach kurzer und strukturierter Umbaupause betraten RED CITY RADIO die Bühne und feuerten ein wahres Hitfeuerwerk in ihrer kurz bemessenen Zeit ab. Der Fokus lag auf den letzen beiden Alben "Titles" und "S/T". Soundtechnisch gab es nichts zu mäkeln, was ja nicht immer der Fall ist bei Konzerten in der großen Faust-Halle. Mit einem beherzten "Rest In Peace, Brandon" wurde der Abend (zumindest gefühlt) dem an dem Tag verstorbenen Brandon Carlisle, Drummer bei Teenage Bottlerocket, gewidmet. RED CITY RADIO sorgten für verdammt gute Stimmung und können sich auf die Fahnen schreiben, die Crowd mehr als nur warmgespielt zu haben. Ein fantastischer Auftritt. So gut habe ich RED CITY RADIO bisher noch nie gesehen. Als dann ANTI-FLAG die Bühne betraten, war es vorbei mit jeglicher Zurückhaltung. Die Veranstaltung hat schon Wochen vorher "sold out" gemeldet und man merkte, dass die Fans nach jahrelangem Liveauftritt-Entzug heiss wie Frittenfett waren (Redewendung wollte ich schon immer mal unterbringen 🙂 ). Die gespielten Songs waren ein Querschnitt aus der nunmehr über 20-jährigen Karriere mit etlichen Fanlieblingen wie 'Turncoat' oder den im Zugabenteil platzierten 'Die For Your Goverment'. Aber auch die neuen Tracks des starken aktuellen Albums "American Spring" wurden mehr als wohlwollend aufgenommen. Ob nun 'Sky Is Falling' oder das an Rancid angelehnte 'Brandburg Gate', die Meute vor der Bühne drehte durchgehend im roten Bereich. Nach insgesamt 20 Songs war dann auch Schicht mit der Punkrocksause. Erschöpft und glücklich hat man das Venue verlassen, ließ sich die ausgeschütteten Glückshormone beruhigen und konnte die nicht ganz unwichtigen Ansagen bzgl. PunkRock-Coummunity, Amnesty International und der "Refugees Crisis" auf dem Nachhauseweg reflektieren. Toller Abend! Mehr davon...