(Rude Records/ Soulfood) LIGHT YEARS sind eine dieser Bands, die man niemals auf dem Schirm hätte, wenn man nicht durch Freunde/ Bekannte oder den Zufall darauf gestoßen worden wäre. Mit "I'll See You When I See You" haben die Jungs aus Ohio ihr mittlerweile drittes Album auf den Markt geschmissen und gehören dem weitläufigen Feld des PopPunks an. Als Produzent konnte man den Genrespezialisten Will Yip gewinnen, der auch schon seine Finger bei Circa Survive, Title Fight oder Balance & Composure im Spiel hatte. Den 13 vorliegenden Songs hat er eine natürliche Frische aufgedrückt, die in Verbindung mit den positiv aufgeladenen Kompositionen ein stimmiges Bild ergibt. Man sollte die Begrifflichkeiten wie Nostalgie oder Referenztribut schon akzeptieren, wenn man sich mit "I'll See You When I See You" beschäftigen möchte, da hier nicht neue Ideen durch die Gegend flirren oder gar eine musikalische Revolution ausgerufen wird, sondern die Rückbesinnung auf die organisch klingenden frühen 2000er Jahre, als Bands wie Blink-182, Fenix TX oder Sum 41 den PopPunk zum Mainstream hin öffneten. Hört man sich die Tracks an, kommen Assoziationen zu College-Filmkomödien, Baggerseen, Sonne und Cocktails hoch. Ist vielleicht nicht der günstigste Zeitpunkt, solch eine Sommerplatte im tiefsten Herbst zu veröffentlichen. Auf der anderen Seite kann es auch schlau sein, weil man sich durch die Widrigkeiten des Alltags und der vorherrschenden Dunkelheit somit etwas Licht in Form von lebensbejahenden Songs geben kann. Ob nun 'Living In Hell', 'The Summer She Broke My Heart' oder z.B. 'I Cant Relate' - LIGHT YEARS haben einfach ein Händchen für Melodien, die mit einer Mischung aus angenehmer Zurückhaltung und zupackenden Rockunterbau den Kopf freischießen, ob der unfassbaren Geschehnisse in der Welt. 'Lost Grounds' und 'Cracks On The Ceiling' erinnern an The All-American Rejects. Und so geht es einem die gesamte Spielzeit über - immer hat man den Gedanken an eine populäre Band im Kopf, dabei haben es LIGHT YEARS geschafft, so etwas wie ein Jukebox Programm zu schreiben,  weil die Referenzen klar erkannt werden können, aber so auf den Punkt funktionieren, das man Respekt zollen muss, ob der eingebrachten Kreativität, die es definitiv zu würdigen gilt. Es ist nämlich nicht einfach, sich aus dem Einfluss der Vorbilder freizuschwimmen. Light_Years_Photo_courtesy_of_RudeRecordsVöllig befreit haben sich LIGHT YEARS auch nicht und wollen dies eventuell auch gar nicht. LIGHT YEARS machen das, worauf sie Bock haben, verschaffen dem Zuhörer für knapp 40 Minuten ein gutes Gefühl. Gehen nicht damit hausieren, dass sie die Neuerfinder und Retter des Midtempo-PopPunks seien. Sehr sympathisch und Back-to-the-Roots das Ganze. Ein atmosphärisch dichtes Album, was nicht mehr sein will, als es im Endeffekt auch ist -ein netter (diesmal wirklich positiv gemeint) Zeitvertreib, der es sogar schaffen könnte, dem ein oder anderen etablierten Bands den Rang abzulaufen. Album-VÖ: 13.11.2015 (Photo courtesy of Rude Records)