ROYAL REPUBLIC sind eine Band, die über das Internet die Welt im Sturm erobert hat. Vor gut fünf Jahren ließen sie ihr Musikvideo zu 'Tommy-Gun'  auf die Welt los, worauf der Song zum Dauerbrenner in jeder Rock-Disco wurde. Im gleichen Jahr wurde dann das erste Album "We Are The Royal" veröffentlicht, welches äußerst positiv aufgenommen wurde und bis zum Release der Nachfolgers im Jahr 2012 war man dann eigentlich durchgängig auf Europatour (unter anderem mit den Toten Hosen) und erspielte sich eine ordentliche Fanbase. Die letzten zwei Jahre nahm sich die Band dann mal eine Paus,e um sich von dem ganzen Trubel zu erholen. Im Februar 2016 wird es dann soweit sein und sie werden ihr drittes Album "Weekend Man" veröffentlichen. Aus diesem Anlass gab die Band nun fünf Wohnzimmer-Konzerte in Deutschland, also dem Land, auf dem der Erfolg der Band hauptsächlich begründet ist. Daher suchte man sich extra kleine Clubs aus und taufte die Tour auf den Namen "The Smallest and Sweatiest Tour Ever", die Karten waren natürlich in wenigen Minuten schon vergriffen, da die Schweden ja inzwischen längst deutlich größere Clubs füllen. Im kleinen Lux wurde es recht schnell voll, solange man sich nicht in die falsche Schlange angestellt hatte. Im Nachbarclub Capitol gab nämlich zeitgleich Sasha ein Konzert, welches zu manchen Verwirrungen führte. War man dann drinnen, gab es erstmal die Ernüchterung für viele Fans am Merch-Stand, bei so einer exklusiven Tour wollten natürlich auch viele das passende Shirts und obwohl ich mit dem ersten Schwall an Leuten reinkam, waren nur noch drei Shirts über. Nachdrucke sollte es erst einen Tag später in Frankfurt geben, was dem Hannoveraner Fans leider herzlich wenig gebracht hat. Bevor die Royalen loslegen sollten, gab es aber erstmal eine Vorband zu bestaunen und was RIDEAU da auf der Bühne gezeigt haben, konnte sich echt sehen lassen. Der Sänger schien recht hyperaktiv zu sein und wirklich gar nichts war vor ihm sicher. Wie eine Spinne versuchte er auf alles raufzuklettern, was der Club ihm so geboten hatte und sprang wie ein Flummi über die Bühne. Die Energie, die von der Band ausging, wurde so praktisch überall spürbar. Da verwunderte es mich gar nicht mehr, dass es ein Video der Band gibt, in dem der Sänger oben auf einer Festivalbühne steht und singt. Musikalisch brachten sie gefälligen Post-Rock mit und waren der perfekte Anheizer für den Abend. Es folgte dann eine Ansage der Security, dass Crowdsurfing verboten sei und man sich bitte etwas zurückhalten solle, da es vorne keine Absperrungen gäbe und die schwachen Mädchen (das waren die exakten Worte) sonst vorne nicht sicher sein würden. Die große Eskalation sollte man sich doch für die nächste Tour in großen Hallen aufheben. Als die Mannen um Adam Grahn dann die Bühne betraten, flippte die Menge sofort aus und von Zurückhaltung konnte keine Rede gewesen sein. Die vorderen Reihen hatten sofort Probleme sich auf den Beinen zu halten und wurden teilweise recht heftig mit den Beinen gegen die Bühne gedrückt, bzw. flogen auf diese drauf. Allerdings nahm das wohl niemandem den Spaß an der Sache und die Stimmung war einfach überragend. Aber so nah kommt man ROYAL REPUBLIC bei einem Konzert ja auch selten. Das Versprechen, den paar Fans die Tickets ergattern konnten, exklusiv schon die neuen Songs zu liefern, wurde auch gehalten. Satte sieben neue Lieder wurden zum Besten gegeben, also gut ein Drittel der Show, die zwei alten Alben kamen jeweils auf ein Weiteres. So viel ist jetzt klar, live schlagen sie schonmal super ein und das sie auch auf Platte überzeugen werden, will ich gar nicht bezweifeln. Sonst hat man auch keinen Klassiker vermisst, ob nun 'Underwear', 'Tommy-Gun', 'All Because Of You', 'Addictive' oder 'Full Steam Spacemashine', hier wurde jeder Fan zufrieden gestellt. Auch die Interaktion mit der Menge war mehr als vorbildlich, man befand sich ja quasi privat mit der Familie in einem Raum. So hatte ein weiblicher Fan z.B. Tequilla, Zitrone und Salz mitgebracht und hob öfters ein Schild hoch, dass sie gerne mit den Jungs einen trinken wolle. Dieser Wunsch sollte ihr auch erfüllt werden, wobei Adam auf "Suicide Tequilla" bestand. Also wurde fix das Salz weggeschnieft und der Zitronensaft ins Auge gedrückt. Die Schmerzen die das verursacht haben wird, waren fast greifbar nah. Da fragt man sich glatt, ob die Fans danach nur noch mit einem Auge wahrgenommen wurden. Alles in allem war es einfach eine ausgelassene Feier mit der royalen Familie und dank der extremen Nähe zu den Jungs ein Abend, den niemand so schnell vergessen wird. Als zur Zugabe dann ein 'Ace of Spades'-Cover gereicht wurde, erreichte dann der Pit nochmal einen neuen Höhepunkt, bevor nach guten 90 Minuten die Show zumindest auf der Bühne ihr Ende fand. Danach wurde mit den Bands zusammen nämlich noch ordentlich am Merch-Stand und der Bar weitergefeiert. ROYAL REPUBLIC sind einfach eine beeindruckende Live-Band, bei der der Spaß an erster Stelle steht. Die Liedtexte sind relativ flach und die Melodien einfach, aber griffig und genau deswegen bereiten sie einem einfach einen so tollen Abend. Auf das neue Album und die in ziemlich genau einem Jahr startende große Album-Release-Tour kann man sich auf jeden Fall jetzt schon freuen. (Photo by Erik Weiss)